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Digital Natives - sind das wirklich die Kinder?

Jeder von uns hat den Begriff Digital Natives schon irgendwo gehört. Er suggeriert, dass der Umgang mit digitalen Medien quasi angeboren sei. Zumindest aber, dass ein Kind, das zu Web 2.0-Zeiten geboren wurde, die digitalen Medien beinahe von selbst beim Aufwachsen versteht und anwenden kann. Mag sein, dass ältere User sich das digitale Wissen mit erheblichem Mehraufwand aneignen müssen, wenn sie gerade erst starten, v.a. wegen der erschwerten altersbedingten Verarbeitung von Information. Aber - hey! Die Generation um die 50 hat das Internet ERFUNDEN!

 
Digital Natives?
Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de
 
Wenn man Beispiele davon sieht, wie schon Babys unbefangen mit moderner Technik umgehen, wie in dem folgenden Video, ist man geneigt zu denken, dass sie auch die Nutzung schon im Kleinkindalter vollkommen natürlich erlernen.
 
Quelle: Youtube

Kinder kennen keine Scheu vor unbekannter Technik

Eins ist klar: Kleinkinder haben keine Angst, etwas kaputtzumachen. Deshalb drücken sie nach Lust und Laune auf alle möglichen Computerknöpfe - so lange, bis der erwachsene Besitzer mit Panik im Blick herbei eilt. Denn Erwachsene überlegen eher dreimal, ob sie an ihrem Computer etwas anders machen als sonst, meist aus Angst vor Datenverlust.

Aber können die mitten ins Web 2.0 Geborenen, denn auch zwangsläufig besser mit digitalen Medien umgehen?

Medienkompetenz mit der Muttermilch eingesogen?

Ich habe mir anno 1998 HTML beigebracht, während ich vor dem Computer unsere Jüngste stillte und blogge seit 2002. Allerbeste Voraussetzungen für eine versierte Digital Native, sollte man meinen, denn wenn man das nicht "Computerumgang mit der Muttermilch eingesogen" nennen kann, was dann? Wenn es jedoch Probleme mit irgendwelchen Devices gibt, nach wem rufen dann vier Kinder und mein Mann? Nach mir.

Es sei denn, es handelt sich um die PS3, für die habe ich mich nie interessiert und mir bis heute nicht gemerkt, welche Knöppe ich drücken muss, um endlich eine DVD abspielen zu können. Das können dafür die Kinder besser, also zumindest eins von Vieren. Und das reicht ja auch. Vielleicht sind meine Kinder auch einfach nur sehr pragmatisch veranlagt und somit nicht repräsentativ. Aber glaube ich das wirklich? Nä. Ich sehe ja auch die Kinder anderer Eltern und da sieht es ähnlich trüb aus.

Was können die "Digital Natives" denn so?

HTML? Keinen Schimmer  haben sie. Wozu sollen sie das auch brauchen? Und falls es mal nötig würde, wüssten sie ja, wer sich drum kümmern könnte. *Blick in den Spiegel*

Aber doch wenigstens Facebook? Ok, ja, der FB-Chat. Aber was man mit Social Media wirklich machen kann, davon ahnen sie nicht eimal entfernt etwas. Die meisten Teenies vernachlässigen Facebook mittlerweile sowieso zugunsten von WhatsApp. Weil sie letztlich nur mit ihren Freunden chatten und das auch "praktisch" ist, um sich zu verabreden benötigen sie offenbar nicht viel anderes.*  Konsumverhalten anstelle von Medienkompetenz.

*Weshalb die Verabrederei immer halbe Tage verschlingt, nur, damit man sich fünf Minuten vor dem Treffen nochmal auf eine andere Location und Uhrzeit einigt, werde ich wohl nie verstehen. Ist das die digitale Na(t)ivität?  Dann nehme ich alles zurück *g*

Natürlich gibt es auch die Jungblogger und die jungen YouTuber, sowie Kinder und Jugendliche, die sich sehr gut mit allem auskennen, was die neuen Technologien hergeben. Aber in den Weiten der digitalen Realität bilden sie immer noch nur eine Minderheit.

Wer hat's erfunden?

Die Generation der 40 bis 50jährigen, mag zwar nicht in Digitalien geboren sein, hat es aber letztlich erfunden. Natürlich machen da nicht alle mit, wenn ich mich so umschaue, aber die heavy user in den Sozialen Netzwerken sind eher Mitte 40 als 17.

So, und jetzt verallgemeinere ich mal ganz heftig (ich höre den Aufschrei schon): Leider gilt das oft nicht für die Lehrer dieser Alterklasse. Dabei wäre es so wichtig, die Themen "Medienkompetenz" und "versierter Umgang mit Computern und Programmen" endlich mal in den Lehrplan aufzunehmen. Ich vermute, es scheitert daran, dass die Lehrkräfte das selbst nicht so besonders gut können.

Also können wir, die jenseits von ebay, Amazon und Facebookchat wissen, wie der Digi-Hase läuft, einfach nur weiterhin ein gutes Vorbild für unsere Küken sein und sie in die Geheimnisse der Computerei einweihen. Vielleicht werden dann ja mal echte Digital Natives aus ihnen.

Während ich das hier schreibe, erkläre ich dem fernsehlos im Studentenwohnheim hockenden Kind 2 gerade via Facebook-Chat, dass es Zattoo gibt, auf welchen Plattformen man es gefahrlos downloaden kann und was Affiliates sind. Sie findet es "schon ziemlich praktisch", dass sie mich all sowas fragen kann.

Wie ist das bei euch? Kennen sich eure Kinder / Teenies besser mit dem Computer aus als ihr? Könnt ihr noch etwas von ihnen lernen oder ist es bei euch auch eher wie bei uns? Woran liegt es?

Ich bin auf eure Antworten gespannt! Wie immer, müsst ihr ganz nach unten scrollen, um zum Kommentarfeld zu gelangen.

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 16. Oktober 2013 um 10:02 Uhr in LIFESTYLE, Social Media & Digital Lifestyle | 3152 Aufrufe | 4 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: Mediennutzung, Medienkompetenz, Kinder, Internet, Generation, digitale Medien, Digital Natives, Computer


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KOMMENTIEREN

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Heike Baller
17. Oktober 2013 um 08:01 Uhr

Liebe Petra, Du sprichst mir so was von aus der Seele!. Sowohl was die Kinder als auch was die Lehrerinnen betrifft. Mein Thema ist ja eher die Suche im Netz - und da tun sich bei beiden Gruppen Abgründe auf. Suchoperatoren bei Google? Andere Suchmaschinen? Beurteilung von Ergebnisseiten? Suchstrategie? Da haben viele (ich will ja nicht pauschalisieren) noch nie was von gehört. Und der Auftrag “Dann schaut mal, was ihr im Internet dazu findet”, hat mich jahrelang die Palmen rauf- und wieder raufgetrieben (zum Glück darf ich nächsten Februar was dagegen tun - ein Seminar für Lehrerinnen ...). Wobei ich gerade beim Lehrpersonal auch Verständnis habe - da müssen sie nun ständig mit Schulreformen klarkommen, haben großenteils einen fordernden und nicht immer sehr wertgeschätzten Job und sollen dann noch im Selbststudium kapieren, wie das Internet funktioniert. Aber trotzdem: Das sind - nicht mehr ganz so - neue Medien, die im Alltag und im Beruf der meisten eine Rolle spielen und deshalb ihren Platz in der Schule brauchen - über Chatten und Daten hinaus. Dringend! und der Mythos von den Digital Natives ist in meinen Augen genau das: ein Mythos.
Liebe Grüße
Heike

Silke
17. Oktober 2013 um 08:36 Uhr

Schöner Beitrag. :) Obwohl ich selbst keine Kinder habe, habe ich mich das auch schon häufiger gefragt. Ich bin irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass man Digital Native ganz gut mit einem Native Speaker vergleichen kann. Der lernt die Sprache als Kleinkind automatisch, kann sie also nutzen ohne drüber nachzudenken, muss aber Rechtschreibung, Grammatik, Ausdruck etc. schon noch in der Schule lernen.
Also für die Kids ist es selbstverständlich, dass man immer ein Gerät in der Tasche hat, das man alles fragen kann und dass man rund um die Uhr mit den Freunden quatschen kann (wenn auch asynchron) usw. Trotzdem müssen sie sich die Kompetenz, richtig und sinnvoll damit umzugehen, erst noch aneignen. Für uns ist das alles immer noch ne tolle Erfindung, die uns so vieles vereinfacht, aber wir wissen eben auch noch, wie es ohne Internet war.
Ich habe mal einen Blogbeitrag über eine Studie geschrieben, die zeigt, dass die Kinder trotz fehlender Scheu noch viele Schwächen im Umgang mit dem Netz aufweisen: http://blog.paulinepauline.de/2013/02/28/digital-natives-mit-schwachen-teenager-im-web/ Sie sind also nicht automatisch besser, nur weil es ihre “Muttersprache” ist, es fehlt ihnen auf alle Fälle an Erfahrung und Übung. Wir Erwachsenen haben die “Grammatik” drauf, weil wir das Internet als “Fremdsprache” gelernt haben. Manche haben sie besser drauf, andere weniger, und manche hatten gar keinen Bock, sie überhaupt zu lernen.
Und nur wem diese “Sprache” richtig Spaß macht und wer Interesse daran hat, der wird sie auch voll nutzen - der wird vllt Gedichte, Geschichten und Bücher schreiben (also bloggen, sinnvolle YouTube Videos hochladen etc.). Alle anderen nutzen sie mehr schlecht als recht mit Deppen-Apostroph und Dativ statt Genitiv.

Christian Fischer
17. Oktober 2013 um 08:42 Uhr

Full ack, wie man damals(TM) so schön sagte.

Und ich glaube, es war schon immer so. Early Adopters haben Techniken aufgegriffen, haben sie vorangetrieben und die Masse hat sich - angestoßen von der berühmten Killer-Application - den für sie nützlichen Teil herausgegriffen und einfach benutzt.

Ich biete Social-Media-Beratung für Schulen an, habe Angebote, um Computer und Web im Unterricht so zu benutzen, wie sie auch später genutzt werden können. Kollarobativer Unterricht via Web und so ...
Es interessiert an Schulen niemanden. (Und ich habe mich da auch schon mit anderen ausgetauscht, die ähnliches anbieten, denen gehts exakt genau so)

Warum finden wir es denn so schlimm, wenn Lehrer sich nicht kümmern, wenn Eltern keine Ahnung haben, wenn alle das Web halt nur so und nicht so „toll” wie wir nutzen? Weil wir das Potential sehen, weil wir die Chancen sehen und weil wir einen Traum haben?

Manchmal denke ich, dass es doch zB beim Telefon, bei der Eisenbahn genau so war. Eine auf den ersten Blick kleine Erfindung, die die Macht hatte, die gesamte Gesellschaft zu verändern.

Mir stellt sich die Frage: War es bei diesen Erfindungen genau so, dass einige wenige das Potential sahen, dass sie sehen konnten, wie die Gesellschaft verändert werden könnte und alle anderen halt nur stumpf mit liefen und sich die Geellschaft dann eben unreflektiert und ungesteuert veränderte?

Jürgen Clausen
17. Oktober 2013 um 09:40 Uhr

Das Internet erfunden? Das wohl nicht. Es war eine logische Entwicklung aus der zur jeweils Verfügung stehenden Technologie. Die Ideen dazu gab es bereits mit dem Aufbau der Telefonnetze. Bild-Daten wurden über Hell-Schreiber (Rudolf Hell) bereits vor dem Krieg über das Telefonnetz übertragen. Technische Ansätze zur Umsetzung gab es gegen Ende der 50er Jahre. (Tim Berners Lee ist übrigens auch schon 58.) - Der Artikel beweist deutlich, dass es eben nicht auf Education ankommt oder Millieu, sondern auf Veranlagung, und die ist sicher nicht vererbbar. Bei uns zuhause sah es ganz anders aus: die 2. Tochter möchte (1998) eine eigene Website haben, fragt den kleinen Bruder, ob er ihr mal html beibringen kann. Daraufhin lernt er schnell html und zeigt seiner Schwester, wie sie es selbst schnell lernen kann. - Der Kleine sagte mit 8 Jahren, als der erste Rechner bei uns ankam: ” ich will programmieren!”.— Mit der Zeit hat es sich so entwickelt: die älteste Tochter nutzt ihren Mac ganz normal, benötigt aber zeitweise Hilfe bei verschiedenen Sachen, trotz Leistungskurs Informatik am Gymmi. Die 2. Tochter ist recht fit in Linuxangelegenheiten, ist Pädagogin und ihre Hauptbeschäftigung (als Hobby) sind der 3-D-Drucker, aber auch viele CCC-Themen.
Der Kleine hat mit 12 seine ersten Programme geschrieben und Erwachsenen über ICQ Linux beigebracht, mit 16 einen tollen, bezahlten Softwareauftrag in PHP durchgeführt und damals Fachbücher für tausende von Mark (in Englisch) verschlungen. Mit Windows wollte er von Anfang an nichts zu tun haben, nicht mehr als unbedingt nötig. - Heute ist er Computer Scientist und macht gegenwärtig noch Master nach dem Bachelor.
Die Vorfahren waren Bauern, Lehrer und Handwerker. Daher kann er es nicht haben. Aber drückte man ihm ein elektronisches Gerät in die Hand, fand er schon als Kind schnell heraus, was man alles damit machen konnte, ohne Manual.
Vieles, was wir heute tun, haben wir von unseren Kindern gelernt. Wenn es irgendwo kneift, muss der Sohn ran.
Ich glaube, die Veranlagungen sind heute ebenso ungleich verteilt wie zu allen Zeiten der Menschheit. “Digital Natives” ist eine Erfindung der Medien. Sie meinen damit nur die Randerscheinungen. Billig und stark verallgemeinernd. Man sollte diesen Begriff nicht einsetzen, wenn man konkrete Aussagen machen will.

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