Die Belohnung liegt jenseits der Angst

Everything you ever wanted is on the other side of fear, ist enes der Forbes Top 100 Zitate und stammt von George Addair, Gründer einer Baptistenkirche und Menschenfreund. Das Zitat hätte aber auch von Tante Emma nebenan stammen können - ich hätte es trotzdem verwendet, weil es nämlich so verdammt wahr ist.

Everything you ever wanted is on the other side of fear. George Addair

Everything you ever wanted is on the other side of fear. George Addair


Es stimmt nämlich: Häufig liegen zwischen einem Wunsch oder einem Ziel (diffuse) Ängste, die erst überwunden werden wollen. Das gilt fürs Business ebenso wie fürs Privatleben.

Offenbar ist Angst ein großes Thema in vielen Lebensbereichen, denn zufällig (?) habe ich erst kürzlich einen Beitrag zur Bedeutung von Angst im Business geschrieben.

Symbolbild für die Überwindung von Ängsten ist das obige Foto, das am Flughafen Tegel entstand:

Es mag rund 15 Jahre her sein, da entwickelte ich massive Höhen- und Flugangst, obwohl ich davor sehr gerne geflogen war. Aber mit jedem weiteren Kind fragte ich mich häufiger, was die Kinder im Fall eines Absturzes ohne mich tun würden. Die Höhenangst bekam ich irgendwie gratis mit dazu. Es war schon echt albern, als ich mich von einem Ast retten lassen musste, weil ich eigentlich etwas am Baum absägen wollte ...  

Irgendwann fragte mich eine Kollegin, ob ich mit ihr auf die didacta gehen würde. Das ist eine Messe in Stuttgart, wo wir ein paar Bildungsverlage kontaktieren wollten. Sie wollte von Wien einfliegen und sie sagte, es würde superbillige Flüge von Berlin geben.

Hm. Ich wollte mich gerne mit ihr treffen, Bahn fahren ist nervig und hätte von Berlin viel zu lange gedauert. Der Flug kostete Hin 6 Euro und zurück 24 Euro. Ich schloss dann mit mir den Deal, dass es bei so wenig Geld egal wäre, wenn ich dann doch nicht in den Flieger stiege.

EINE FRAGE DES MUTES

Auf dem Weg nach Schönefeld ging mir ziemlich die Muffe. Zumal das mein allererster Flug ganz ohne Begleitung sein sollte. Kurz vor der Security habe ich mir nochmal eindringlich klar gemacht, dass Autofahren viel gefährlicher ist. Dann habe ich allen Mut zusammengenommen und bin in den Flieger gestiegen. Jedes Luftloch und jedes Geräusch an den Tragflächen ließ mich zusammenzucken und ein entspannter Flug sieht mit Sicherheit anders aus.

Doch da ich heute hier schreibe, ist es kein Geheimnis, dass das Ding nicht abgestürzt ist. Auch das Flugzeug vom Rückflug nicht und auch all die anderen Flüge nicht, die noch folgten. Die vielen Besuche bei meinem Mann in Zürich z.B. oder der traumhafte USA-Urlaub mit der kompletten Familie mit Champagner bis zum Abwinken in der Businessclass. Oder eben der Zürichflug vom Foto oben, als ich anschließend mit meinem Mann im Auto zum Lago Maggiore fuhr. Nach Ascona, wo wir nach Jahren mal einen traumhaften Kurzurlaub zu zweit genossen, incl. der Filmfestspiele in Locarno, wo wir den bezaubernden Film Mr Morgans Last Love sahen, über den ich hier berichtet hatte

Und all die schönen Dinge hätte ich so nie erlebt, wenn ich mich von dieser dämlichen Flugangst hätte ausbremsen lassen.

Daran denke ich heute öfter, wenn mein innerer Bedenkenträger mich wieder von Business-Entscheidungen abhalten will, weil nicht alle aus dem rosa Wattebäuschchenland kommen, sondern vielleicht Probleme verursachen könnten. Ich will mich von (eingebildeter) Angst nicht mehr einschränken lassen. Weil ich weiß, dass auf der anderen Seite der Angst viel Schönes liegt. Oder, wie ich in der Überschrift schrieb:

Die Belohnung liegt jenseits der Angst.

  • Ich habe ein Infoprodukt in der Pipeline, bei dem ich wieder denke, dass alle anderen das besser umsetzen würden als ich? 
  • Ich muss Entscheidungen treffen, mit welchem Produkt ich mich ins Verkaufs-Abenteuer stürze?
  • Ich muss mit ausländischen Businessmenschen kommunizieren, bei denen ich keinen Schimmer habe, wie sie ticken?

Das könnte ich (ihr sicherlich auch) noch ewig so weiterführen. Aber wenn ich das Infoprodukt nicht umsetze, wenn ich mich für kein Produkt entscheide und mich nicht traue, die entscheidenden Anrufe zu tätigen, dann werde ich nie erfahren, ob ich mit den Dingen auf der Nase lande oder aber ein Imperium aufbaue (oder irgendetwas dazwischen).

Ängste können nämlich auch Ausreden sein. Und über Ausreden habe ich in meinem letzten Podcast gesprochen.

Doch egal, wie ihr es nennt: Ängste, Ausreden, Hemmschuhe, falsche Glaubenssätze - allen gemeinsam ist das Ergebnis: Ihr tut nichts, um eurem Ziel näher zu kommen. Ihr wollt, aber ihr macht nichts.

Also Schluss mit ICH WILL und ICH HABE ANGST und loslegen mit ICH MACHE DAS!

Just do it. Damit kriegt man alle Ängste und Bedenken in den Griff. Das Leben ist nämlich zu kurz für Ausflüchte.

Übrigens: Meine Höhenangst ist mit der Flugangst ebenfalls wieder verschwunden. Weil ich mir das einfach nicht mehr gestattet habe. Das fiese Gefühl im Magen und der Schwindel waren wir weggeblasen. Simsalabim.

Welches Angst-Projekt werdet ihr morgen in Angriff nehmen?
 

Petra A. Bauer

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 15. Juni 2017 um 12:38 Uhr in KARRIERE, Business | 883 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: Unternehmergeist, Unternehmer, Mompreneur, Just do it, Hemmschuhe, Flugangst überwinden, Flugangst, falsche Glaubenssätze, Erfolg, Business, Ausreden, Angst überwinden


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