Kreativitätstechniken - Zeichnen zur Ideenfindung

Ihr kennt das sicher alle: Euer Beruf (oder eine andere wichtige Situation) erfordert eine Idee. Oder mehrere. Am besten Ideen der genialen Art. Ihr sitzt da, bringt eure Hirnzellen krampfhaft zum Kochen - und es fällt euch genau gar nichts ein. Glücklicherweise gibt es diverse Techniken, die eurer Kreativität auf die Sprünge helfen können. Skizzen zum Beispiel. Auch wenn ihr jetzt sagt: "Ich kann nicht zeichnen!" Das spielt nämlich überhaupt keine Rolle.

Skizzen als Kreativitätstechnik

Talent ist nicht erforderlich

Es ist deshalb egal, ob ihr zeichnen könnt oder nicht, weil solche Kreativitätstechniken nicht dazu da sind, einen Picasso oder Monet aus euch zu machen, sondern dazu, eurem Denkvermögen auf die Sprünge zu helfen und Inspiration zu schaffen.

Wenn ihr an einem Problem grübelt, bei dem ihr keinen Schritt vorwärts kommt, und ihr statt dessen beginnt, den Schraubenschlüssel aus eurem Werkzeugkasten zu zeichnen oder die Aussicht aus dem Bürofenster, dann konzentriert ihr euch auf etwas vollkommen anderes. Die Problemstellung hat dabei aber Platz, in eurem Hinterkopf bewegt zu werden. Und je nachdem, WAS ihr zeichnet, kommt möglicherweise auch noch ein zusätzlicher Gedanke hinzu, der euch der Lösung eures Problems einen entscheidenden Schritt näher bringen kann oder zumindest die Fragestellung in eine andere Richtung zu lenken vermag.

Einfach anfangen

Für die ersten "Gehversuche" reicht ein x-beliebiger Stift und ein Schmierblatt. Versucht irgendetwas auf das Papier zu bringen; vielleicht die vor euch stehende Kaffeetasse. Ein mittelharter Bleistift eignet sich übrigens sehr gut, aber wenn ihr nur einen Kuli zur Hand habt, geht das auch. Zeichnet den Umriss, die Form. Schaut, von wo das Licht kommt und versucht die Schatten durch Schraffuren anzudeuten. So langsam formt sich ein Gegenstand auf dem Papier.

Sieht trotzdem scheiße aus? Na und? Es sieht doch niemand.

Was Einfaches zeichnen. Zum Beispiel Tasssen. Muss ja nicht gleich jemand drin sitzen.

Ihr müsst eure Zeichnungen nicht herumzeigen, sie sollen ja nur EUCH helfen. Und wenn ihr häufiger zeichnet, könnt ihr euch gar nicht dagegen wehren, dass ihr automatisch besser werdet. Weil es Spaß macht, die Entwicklung zu vergleichen (auch wenn die Intention ja eine andere ist), könnt ihr euch ja irgendwann doch ein Skizzenbuch zulegen oder einfach in ein Schulheft kritzeln.

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Ich blättere jedenfalls gerne durch meine alten Zeichnungen. Wer sagt denn, dass Kreativitätstechniken nicht als visuelles Tagebuch / visual journal enden dürfen?

Vielleicht wird aus der Kreativitätstechnik im Laufe der Zeit ein kleines, visuelles Tagebuch?

Den Anstoß zum Einfach-so-Zeichnen hatten für mich damals zwei Bücher gegeben:

Eines ist gerade neu hinzugekommen:

Im ersten Buch, sind Zeichnungen unterschiedlicher Menschen gesammelt, die im Laufe der Jahre sehr viele Skizzen gemacht haben. Die Leute werden kurz vorgestellt und im Anschluss einige ausgewählte Skizzen. Alltagsgegenstände, wie die Tasse oben rechts oder Sehenswürdigkeiten. Denn viele Zeichner skizzieren (auch) auf Reisen. Deshalb  hat der Autor wohl im letzten Jahr auch An illustrated journey nachgelegt. Ich habe es gerade eben bestellt und bin schon sehr gespannt.

Vielleicht ist noch interessant zu erwähnen, dass sehr häufig Zeichnung und Notizen zusammenspielen. Wenn man den Bogen zurück zur Kreativitätstechnik schlagen will, dann kann so eine Skizze mit Randnotizen auch wie ein Ausschnitt aus einer Mindmap wirken und auch so funktionieren.

Weg mit dem inneren Zensor!

Was fürs (Bücher-)Schreiben gilt, gilt auch für die Skizzen: Einfach drauflosmachen ohne nachzudenken. Unterschied: Beim Buch wird später überarbeitet. Da hilft das Drauflosschreiben dem Festhalten der ersten Gedanken. Eine Zeichnung zu Inspirationszwecken kann so bleiben, wie sie ist.

Das ist im Prinzip auch der Gedanke im zweiten o.g. Buch. Ihr selbst müsst euch die Erlaubnis geben, kreativ zu sein. Denn nur dann kann auch eure Inspiration in Bezug auf eure Problemlösungsstrategie fließen.

Ein schöner Nebeneffekt regelmäßigen Skizzierens: Ihr lernt mit der Zeit, genauer hinzusehen:

Ihr lernt durch das Zeichnen, genauer hinzusehen.

Und wenn Zeichnen jenseits der Ideenfindung anfängt Spaß zu machen, dann kommt vielleicht mehr Mut zur Farbe dazu ...

Vielleicht fangt ihr irgendwann an, Ereignisse detailliert darzustellen. Möglicherweise gerät die Kreativitätstechnik dadurch zum Selbstzweck, aber auch das ist ja nicht verboten.

oder ihr entwickelt euch zum Scherzkeks. Wer weiß? ;-)

Hauptsache es macht Spaß :-) Dann fließen die Ideen von alleine.

Ich habe euch die Beispiele gezeigt, um zu verdeutlichen,wie Zeichnung und Textzusammenspielen können und wie sich die Fertigkeit des Skizzierens (automatisch) verändert und ggf. verbessert.

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß und Erfolgserlebnisse beim Scribbeln, Kritzeln und Skizzieren. Auf dass 1.000 geniale Einfälle entstehen, die euch beruflich oder privat weiterbringen,

Weiterführender Link: Schon mal über ein Skizzenbuch nachgedacht?

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# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 12. Februar 2014 um 00:21 Uhr in KARRIERE, Kreativitätstechniken | 8882 Aufrufe | 4 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren


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