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Die Ideen-Bürde und was sie mit uns macht

Die amerikanische Autorin und Cartoonistin Jessica Abel hat kürzlich einen Blogbeitrag geschrieben, den sie folgendermaßen betitelte: "Imagining future ideas is holding you back." Darin sprach sie von "idea debt", das ich in dem Zusammenhang für mich als Ideen-Bürde übersetzt und mir dazu so meine Gedanken gemacht habe.

Zu viele Ideen blockieren Taten. Petra A. Bauer 2018.

Zu Beginn stellte sie "Forest Lords" vor. Eine zehnbändige Fantasy-Serie, um einen Elfen-Proletarier, der das "Goldene Blatt" sucht und die Welt rettet oder so ähnlich. Jeder Band umfasst 1000 Seiten. 

Der Fehler an der Sache: Sie hat kein einziges dieser Bücher geschrieben. Dafür hat sie viele Ordner voller Recherche und Figurenentwicklung. 

Ich dachte an meine Trilogie im Genre Magischer Realismus. Erste Idee und Manuskriptanfang geschrieben im Jahr 2000 und vorgetragen auf meiner ersten Lesung 2003. Kam gut an.

Ein halbes Jahr nachdem ich den letzten meiner laufenden Buchverträge erfüllt hatte, habe ich begonnen die Story "erwachsener" zu machen. Weitere Ideen wurden dazugepackt und ich habe den ganzen Anfang total umgeschrieben. Tonnenweise Recherchebücher stapeln sich noch heute. Figurenentwicklung füllt viele Ordner im Rechner. Einzig die Trilogie ist nicht geschrieben. Nicht einmal Band 1. 

Ich las weiter. Sie zitierte den Japanisch-Amerikanischen Graphic Novel Autor und Illustrator ​Kazu Kibuishi, was ich hier auch tue:

"You have this dream, this idea, of this awesome thing for years you think, oh I’m going to do this epic adventure. And it’s going to be so great. And the truth is, no matter what you do, it will never be as great as it as it is in your mind. So you’re really setting yourself up for failure in some ways. I used to go snowboarding a lot of times in the winter. And I used to like hitting all the jumps. And when I would go down the mountain, I would notice a bunch of young snowboarders who were waiting at the top of the jumps. They may look like they’re waiting their turn. But in fact, that they’re waiting there because they’re actually kind of afraid to hit that jump. And what they don’t realize is that over time, they’re getting colder, they’re physically getting colder. The idea debt of having to make that jump and land it and be impressive is getting greater. So that by the time they actually do it, they’re probably not going to fulfill that dream. And so one thing I learned is to just hit the jump or just pass it. Just do it in the moment. Or not at all. And so you can move on and wait for the next time. I try not to to look at the thing I’m going to do as being this amazing great grand thing. Because if I do that, I will probably not achieve what I’m trying to do. It would be like looking at the sun."
 

Und dabei fiel es mir endlich auf:

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Bücherschreiben war lange Zeit überhaupt kein Ding für mich. Ich schrieb die Storys und das Schreiben machte mir Freude. Und doch landete ich in einer fetten Schreibblockade, die ganze acht Jahre anhielt. Lange Zeit (eigentlich bis heute) dachte ich, es hätte daran gelegen, dass ich in einem Jahr fünf Manuskripte schreiben musste (insgesamt über 1.000 Seiten). Ich hatte Verträge zu erfüllen, die sich durch blöde Umstände zeitlich gestapelt hatten. Danach wollte ich nicht mal mehr einen Einkaufszettel schreiben.

Einerseits war ich tatsächlich "kreativ leergeschrieben". Aber das kann nicht alles gewesen sein, weil ich ja trotz allem irgendwann wieder anfing, an verschiedenen Projekten herumzuplotten. Zum Beispiel an der oben erwähnten Trilogie und (m)einer Krimireihe. In writingwomans Autorenblog habe ich Schreibtagebuch geführt, wo ich Fortschritte und Rückschläge doumentiert habe.

Also war abgenutzte Kreativität nur ein Teil der Wahrheit.

Ich habe mich einfach nicht getraut, den Sprung mit meinem imaginären Snowboard zu machen. Es waren nicht nur die vielen Ideen, die ich nicht unter einen Hut bekommen habe. Oben im Bild fehlt nämlich ein entscheidendes Wort, das ich aus Platzgründen wegließ:

Perfektionismus

Mein Anspruchsdenken (an mich selbst) war massiv gestiegen. Ich hatte die Verträge erfüllt, und mich um keinen neuen Vertrag im gleichen Verlag bemüht, weil ich in einen großen Publikumsverlag wollte, in dem ich meine Bücher nicht zweisprachig schreiben musste. Und da ich bisher die Erfahrung gemacht hatte, dass alle meine Exposeés einfach so durchgewunken wurden, war ich dann ziemlich, sagen wir, irritiert, dass das plötzlich nicht mehr so lief. In den großen Verlagen ist nämlich eine der Haupt-Fragen: Was ist gerade Trend in USA? Welche Autoren können diesen Trend bedienen? Bei Fantasy liegt es teilweise noch anders, aber insgesamt scheinen auch die Schubladen enger gefasst zu sein.

Also versuchte ich die bestmögliche Trilogie zu plotten. Weil für gute Bücher immer Platz ist. Und da lag schon der erste Fehler: Plotten. Ich wollte die gesamten zu schreibenden 1.200 Seiten schon vorher in ein Gerüst zwängen. Ich habe natürlich in den Exposées schon immer eine grobe Kapitelplanng gehabt, weil die Verlage schon gerne vorher wissen, was sie da eigentlich kaufen. Aber ich wollte es detaillierter machen, weil ich das für besonders professionell hielt.

Also habe ich mich buchstäblich zu Tode recherchiert und bin dabei mit dem Plot kein Stück vorangekommen. Ich stand auf dem Schneehügel, unfähig zu springen. Weil ich Angst hatte hart zu landen.

Oder anders: Ganz offenbar hatte ich meine Leichtigkeit verloren. Und meinen gesunden Menschenverstand, der mich in eine Plotterin verwandeln wollte, obwohl ich eigentlich eine halbe Bauchschreiberin bin. Halb deshalb, weil ich immer die nachfolgenden Szenen vorher skizziere. Der Plot flattert dem Manuskript also immer ein Stück voran, aber nicht sehr weit. So habe ich immer geschrieben. Um am einfachsten lief das bei dem Buch, für das ich eigentlich ein Exposée abgeben wollte, aber nach zwölf Tagen plötzlich das ganze Buch fertig hatte.

Ich hatte mir also viel zu viele Ideen (für die Trilogie) aufgebürdet und war gleichzeitig am Perfektionismus gescheitert, den ich als Sahnehäubchen obendrauf gab.

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Die Ideen-Bürde ging weiter

Danach traute ich mich nicht mal mehr Autorin zu sein. Stattdessen überlegte ich, welche meiner zahlreichen Interessen ich als zukünftigen Beruf wählen möchte. Damit war ich dann auch ein paar Jahre beschäftigt. Vielleicht erinnert ihr euch ja an mein Posting Barbara Sher hat mich aus dem Konzept gebracht.

Bis mir endlich auffiel, dass ich das Schreiben vermisse. Durch meine Entscheidung das #AbenteuerSelfpublishing in Angriff zu nehmen, war plötzlich die andere Bürde von mir genommen worden: Der überhöhte Anspruch an mich selbst, aka Perfektionismus. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich irgendwelchen unreflektierten Mist veröffentliche. Es bedeutet lediglich, dass ich mich nicht verbiegen muss, um für den Markt zu schreiben. Nie wieder: "Damit sind sie bestimmt vier Jahre zu früh, das hätten sie vor drei Jahren schreiben sollen, können Sie nicht mal eine Protagonistin nehmen, die über 50 ist? Wäre toll, wenn die auch noch lesbisch wäre."

Ich schließe für mich nicht aus, je wieder für einen Verlag zu schreiben. Aber momentan ist es genau richtig für mich, mein eigenes Ding zu machen. Ich bin in der glücklichen Lage, dass meine wirtschaftliche Welt nicht zusammenbricht, wenn sich meine Bücher nicht auf Bestsellerniveau verkaufen. Mir ist wichtig, meine Leichtigkeit zurückzuerhalten und vielleicht klappt es dann irgendwann auch mit der Trilogie.

VISUALISERUNG NICHT ZUM SELBSTZWECK MACHEN

Lange Zeit war es die Methode der Wahl, Erfolg zu visualisieren - egal um welches Business es geht. Manchmal mag das auch helfen. Zum Beispiel die Vorstellung, ein fertiges Buch in der Hand zu halten. Oder begeisterte Kunden, die das erfundene Produkt eifrig nutzen und darüber sprechen.

Das mag in Einzelfällen auch helfen, aber ihr dürft über das Visualisieren das Handeln nicht vergessen. Denn ich bin mir sicher, dass Jessica Abels, Kazu Kibuishis und meine Geschichte keine Einzelfälle sind. Jeder von uns hat diese Ideenbürde und den unangemessenen Perfektionismus sicher schon gespürt. Und vielleicht helfen unsere Erkenntnisse euch auch.

Don't dream it - do it!

Ich habe "es" jedenfalls einfach irgendwann getan. Und zwar bevor ich Jessicas Blogbeitrag gelesen hatte. Es war im Oktober 2018, und da war es ein Blogbeitrag des Künstlers Austin Kleon (Steal like an Artist / Alles nur geklaut amazonlogo), der etwas in mir auslöste. Ich habe drüben dazu mit dem Titel Keine Zeit für Verzweiflung? gebloggt. Nur fünf Wochen später habe ich meinen Krimi amazonlogo als Start einer neuen Serie überarbeitet und neu veröffentlicht. Weil ich endlich einfach gemacht habe, anstatt mich von der Ideen-Bürde lähmen zu lassen.

Und jetzt seid ihr dran. Just do it!

Liebe Grüße und schönen 3. Advent

Petra A. Bauer

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Ich danke euch von Herzen
Vielen herzlichen Dank!

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Samstag, 15. Dezember 2018 um 16:22 Uhr in KARRIERE, Business, Interviews | 1030 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: zu viele Ideen, Visualisierung, Perfektionismus, machen anstatt träumen, Ideen-Bürde, Ideen umsetzen, Ideen, Business


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