Meine Stadt von A - Z: Berlin-Reinickendorf

Meine Kollegin Birgit Ebbert hat die Blogparade Meine Stadt von A - Z ins Leben gerufen. Ich dachte erst, hm, mir fällt nichts ein und wollte gar nicht mitmachen. Heute hatte mich aber Ines vom Sprachblog nochmal darauf aufmerksam gemacht, dass Z noch fehlt. Und da war es passiert: Ich habe für meine beiden Wohnsitze das Alphabet durchgebrainstormt und mehr gefunden, als erwartet. In Berlin-Reinickendorf und Zürich.

Mein Berlin-Reinickendorf von A - Z

Foto: Petra A. Bauer

A wie Amendestraße. Da haben der Liebste und ich 6 Jahre lang eine Ein-Zimmer-Wohnung geteilt. Direkt gegenüber von dem Müttercafé, in dem ich mit Kind 1 (und davor) Dauergast war. Danach trat die A 111 in mein Leben. Jene Autobahn, gegen die ich Anfang der 80er demonstriert habe, über die ich jetzt aber immer fahren muss, wenn ich nach Hause will. Geheiratet haben wir in Alt-Reinickendorf, gefeiert in Alt-Heiligensee. Zwei hübsche Dorfanger von mehreren im Bezirk.

B wie Bertha-von-Suttner-Oberschule. Das Gymnasium, auf das der Liebste und ich gegangen sind. Da waren wir aber noch nicht verliebst ;-) Das kam kurz nach meinem Abi.

C wie Concordia Wittenau, von Insidern Congo genannt. Bevor ich eben danach gegoogelt habe, hatte ich keine Ahnung, ob es diesen Fußballverein noch gibt, aber in meiner Jugend gab es den, und für C ist mir erst nix anderes eingefallen. Aber jetzt: Columbus-Grundschule. Da war der Kindergarten meines Liebsten. Und der Clou natürlich, das Einkaufszentrum am -> Kutschi

D wie Dominikus-Krankenhaus. Kleine Klinik in Frohnau (oder ist das schon Hermsdorf?). Schon öfter benötigt. Gut, wenn man nicht ewig in einer Notaufnahme warten will, da ist nämlich wenig los. Gehört jetzt Vivantes.

E wie Einflugschneise des -> Flughafens Tegel. Ich bin dort aufgewachsen und habe ein Herz für Fluglärm. Seriously.

F wie FuchsbauDas Jugendfreizeitheim, dem ich irgendwie auch meinen Mann zu verdanken habe. Dort war auch Hans Marquardt von den Gebrüdern Blattschuss mal Betreuer.

G wie Gabriele-von-Bülow-Oberschule in Tegel. Meine Tante ging dort zur Schule - damals war es ein Lyzeum. Kennt man gar nicht mehr heute. Ein reines Mädchengymnasium war das. Die Jungs gingen auf das -> Humboldt-Gymnasium nebenan.

H wie Heiligensee. That's where I live.

Bei H dürfen in diesem Bezirk aber auch die Wilhelm und Alexander Humboldt nicht vergessen werden, deren Denkmal am Tegeler Hafen steht.. Mal sehen, was ich zusammenkriege: Die Humboldtstraße musste ich als kleines Kind immer überqueren, wenn ich zur -> Till-Eulenspiegel-Grundschule wollte, also jeden Tag. An dieser Straße liegt auch der Humboldtfriedhof. In Tegel steht das Humboldtschloss und die Humboldtbibliothek (im Rahmen der IBA 1987 entstanden).

Tegeler Hafen mit Humboldtbibliothek, bevor das blöde Altersheim gebaut wurde, das jetzt allen von der Karolinenstraße den Blick aufs Wasser versperrt. Foto: Petra A. Bauer.

Tegeler Hafen mit Humboldtbibliothek, bevor das blöde Altersheim gebaut wurde, das jetzt allen von der Karolinenstraße den Blick aufs Wasser versperrt. Foto: Petra A. Bauer.

Das Humboldtkrankenhaus befand sich erst in fußläufiger Entfernung zur Wohnsiedlung meiner Kindheit in der Teichstraße (heute ist da u.a. der schulärztliche Dienst), dann in einem großen, neu gebauten Gebäudekomplex am -> Nordgraben. Mehr fällt mir spontan nicht ein. Und der Humboldthain mit dem Weltkriegsbunker liegt nicht in Reinickendorf sondern im Wedding.

I wie Insel Scharfenberg mitten im Tegeler See. Die Schulfarm, wo sie "Unser Lehrer Dr. Specht" gedreht haben. Never seen. Also die Serie. Die Schulfarm öfter, weil da ein Kind das Abi macht. Ist immer wie Urlaub, mit der Fähre dort hinüberzufahren.

Schulfarm Insel Scharfenberg vom Fähranleger aus gesehen. Januar 2009. Foto: Petra A. Bauer.

Schulfarm Insel Scharfenberg vom Fähranleger aus gesehen. Januar 2009. Foto: Petra A. Bauer.

J wie Jungfernheide. Aber die ist gar nicht in Reinickendorf, nur hintendran.

K wie Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Vermutlich nicht so ausgelastet, wie sie sein könnte, wenn man sich in Reinickendorf so umschaut :-D

Und wie Kutschi natürlich. Die Insider-Abkürzung des Kurt-Schumacher-Platzes wurde bundesweit durch den Görli, Görli-Song von PR Kantate bekannt. Hier aß ich meinen allerersten Döner und hier kann man auch die Flugzeuge am Bauch kitzeln. Jedenfalls beinahe.

Eine Besonderheit: Der Platz wurde in seiner Geschichte zweimal von einer Brücke überspannt, die von der Ollenhauerstraße zum Kurt-Schumacher-Damm führte. So konnte sowohl dieser Verkehr als auch der Verkehr von der Scharnweberstraße darunter ungehindert fließen. Seit es den Flughafentunnel Tegel gibt, dient dieser dazu, den Verkehrsfluss zu regulieren.

Und weil K anscheinend sehr ergiebig ist, muss auch noch der Kienhorstpark dazu. Da gab es früher Minigolf, nebenan spielte Alemannia 90 und ein Ententeich war dort, da wollte ich anno 1973 mit einer Freundin Froschlaich sammeln. In einem Einmachglas. War zu spät auf dem Nachhauseweg und sprang über eine Hecke, über die ich schon ohne Glas nicht gekommen wäre. Interessante Blutspur bis zu Hause. Die Narbe habe ich heute noch an der Hand.

L wie Lindauer Allee. Da fuhr immer mein Schulbus lang (der 14er, für die, die sich daran noch erinnnern).
Auch unbedingt zu erwähnen ist Lübars. Eines der bekannteren Dörfer Berlins. Böse Zungen behaupten, da wohnen Dinosaurier. #Insider Aber immerhin gibt es noch mehr Landwirtschaft als in Heiligensee. Und die Heiligenseer haben immerhin auch Felder und Kühe.

Kühe auf Heiligenseer Feldern. Foto: Petra A. Bauer 2012.

Kühe auf Heiligenseer Feldern. Foto: Petra A. Bauer.

M wie Märkisches Viertel. Das gehört nämlich auch zu Reinickendorf.

N wie Nordmeile. Das Einkaufszentrum an der Schwelle zu Lübars und dem Märkischen Viertel. Gegenüber von McFit an der Oranienburger Straße. Die gibt es in Reinickendorf nämlich auch, schließlich ist Oranienburg nicht weit. Und der Nordgraben ist nicht zu vergessen. Damals waren neben dem kleinen Kanal nur ein schmales Sträßchen, Felder - und die Polizeistation. In den Feldern habe ich mit meiner Omi kleine Plastikflugzeuge mit Schießgummis fliegen lassen. Und dort, wo heute das Finanzamt steht, hatte der Zirkus Renz einst seinen Standplatz. Im finde Zirkus zwar doof, aber Finanzämter finde ich noch blöder.

O wie Oh, da muss ich noch ein bisschen überlegen.

P wie Paracelsusbad. Das Schwimmbad meiner Kindheit. Da war ich als kleine Maus im PSV (Polizeisportverein) schwimmen. Ich schwimme immer noch nur mit einem Bein, ganz wie damals ;-)

Q wie zu dem Quatsch fällt mir (noch) nichts ein.

R wie Reinickendorfer Füchse, wo ich bei den Minimädchen Handball gespielt habe. Mein Vater hat in dem Verein damals noch Handball auf dem Großfeld gespielt und war jahrelang Jugendtrainer. Ansonsten dürfte die Mannschaft zumindest für Handballinteressierte hinlänglich bekannt sein, da sie ja Big Player in der Bundesliga ist. Deren "Fuchsbau" (nicht zu verwechseln mit o.g. Jugendfreizeitheim) ist allerdings die Max-Schmeling-Halle in Prenzlberg, was jetzt nicht so richtig Reinickendorf ist ;-) Dafür ist das Vereinsheim noch hier. Ganz früher in der Genfer Straße, dann in der Saalmannstraße, jetzt am Freiheitsweg.

S wie Schäfersee, der vor hundert Jahren mal ne Badeanstalt hatte, und wie Schweizer Viertel, mit Straßennamen wie Arosaer Allee, Winterthurstraße, Romanshorner Weg, Baseler Straße, Vierwaldstätter Weg, Gotthardstraße, Emmentaler Straße, etc. Siehe auch -> Weiße Stadt

T wie TXL. Bester Flughafen, den Berlin hat und wohl auch behalten werden muss, da der BER (hoffentlich!) niemals fertig wird (und ohnehin viel zu klein konzipiert ist). Die Chancen stehen gut. Und TXL ist 12 min. von uns entfernt, was das Pendeln nach Zürich erheblich vereinfacht.

Flughafen Berlin Tegel (TXL) 2005. Foto: Petra A. Bauer.

Flughafen Berlin Tegel (TXL) 2005. Foto: Petra A. Bauer.

Außerdem steht T für Till-Eulenspiegel-Grundschule. Da wurde ich sechs Jahre lang von meiner Klassenlehrerin gedisst.

Klein-Petra 1970 vor der Till-Eulenspiegel-Grundschule in der Humboldtstraße. Foto: privat.

Klein-Petra 1970 vor der Till-Eulenspiegel-Grundschule in der Humboldtstraße. Foto: privat.

U wie Uff, da muss ich noch ein bisschen nachdenken.

V wie Verkehrskindergarten Lindauer- Ecke Arosaer Allee. Da hängen Kindheitserinnerungen dran. Z.B. dass ich nie ein Auto bekam, immer nur ein Fahrrad. Das hatte ich zu Hause selber.

W wie Weiße Stadt (auch -> Schweizer Viertel). 20er Jahre Wohnsiedlung. UNESCO Weltkulturerbe. In der Nähe bin ich aufgewachsen, und da ist auch besagter Fuchsbau.
Und wie Marlies Wanjura. Langjährige CDU-Bezirksbürgermeisterin. Die hat unheimlich genervt (und nicht nur, weil sie der CDU angehörte), ist dadurch aber im Gedächtnis geblieben.

X wie X

Y wie Y

Z wie da brauch ich noch Zeit zum Nachdenken.

 

Mir hat das wirklich viel Spaß gemacht und ich habe dabei festgestellt, dass ich in meinem eigenen Bezirk sträflich wenig fotografiere. Zürich von A - Z findet ihr hier.

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Montag, 28. April 2014 um 14:22 Uhr | 8480 Aufrufe | 1 Kommentar | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: Weiße Stadt, TXL, Schweizer Viertel, Schulfarm Insel Scharfenberg, Scharfenberg, Reinickendorf, Märkisches Viertel, Flughafen Tegel, Berlin


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