Zahnspange

Niedlich, die ersten Babyzähnchen. Ganz entzückend, das zahnlückige Lächeln der Erstklässler. Und dann? Hasenzähnchen, schiefe Zähne, Zähne, die ihre Lücke nicht finden und quer im Kiefer liegen. Und da rund 60 Prozent unserer Kinder eine lose oder feste Klammer tragen, ist es Zeit, für ein paar kurze Antworten.

Kind mit Zahnspange (Brackets)

Rainer Sturm  / pixelio.de

Zahnspange ab wann?

Ein Besuch beim Kieferorthopäden ist etwa ab 7 Jahren zu empfehlen. Dann können potenzielle Zahnfehlstellungen bereits festgestellt werden. Eine Behandlung ist aber erst sinnvoll, wenn alle bleibenden Zähne aufgetaucht sind, also etwa ab 9 oder 10 Jahren.
Achtung: Manchmal liegt ein Zahn quer im Kiefer und schaut dann NICHT hervor. Wenn ihr warten würdet, bis der auch zu sehen ist, wäre eine kieferorthopädische Behandlung unnötig kompliziert. Daher geht am besten mit euren Zehnjährigen einfach nochmal zur Kontrolle.

Zähne ziehen?

Mitunter müssen Milchzähne gezogen werden, wenn sie nicht von alleine durch die nachwachsenden Bleibenden herausgedrängt werden. Ansonsten könnten sie möglicherweise Fehlstellungen (v.a. an den Frontzähnen) begünstigen oder anderweitige Probleme verursachen.

Unter der kieferorthopädischen Behandlung kann auch das Extrahieren einzelner bleibender Zähne notwendig werden. Das macht sicher keinen Spaß, ist aber oft der einzig gangbare Weg. Allerdings sollte so etwas vor Beginn der Behandlung besprochen werden. Denn falls euer Kind dabei nicht mitspielen würde, solltet ihr vielleicht überlegen, ob es mit den Zähnen nicht auch so glücklich wird. Das gibt es nämlich auch, auch wenn das gängige Schönheitsideal etwas anderes sagt.

Alternativ gibt es vielleicht die Möglichkeit, für die gröbste Fehlstellung (um zahngesundheitliche Probleme abzuwenden) nur eine lose Klammer einzusetzen. Das müsst ihr mit dem KO besprechen; vielleicht hat er ja eine Idee dazu. Denn es müssen nicht unbedingt immer die aufgeklebten Brackets ("Brekkies") sein.

Wichtig zu wissen: Nach kieferorthopädischer Behandlung können sich die Zähne auch wieder verschieben. Darauf sollte euch der KO auch hinweisen.

Mitarbeit ist gefragt

Nicht nur beim Zähneziehen ist die Mitarbeit eures Kindes gefragt. Es muss insgesamt bei der Behandlung mitspielen. Die meisten Kinder tragen Zahnspangen rd. anderthalb bis zwei Jahre lang, in Einzelfällen kann sich die Behandlung über viele Jahre hinziehen. Regelmäßige Zahnarzt- und Kieferorthopädenbesuche sind dann Pflicht, supergründliches Zähneputzen sowieso. Lose Spangen müssen immer getragen werden und bei festen sind Kaugummis oder das knabbern an Maiskolben tabu. Ihr kennt eure Kinder am besten: wenn abzusehen ist, dass das alles nicht funktionieren wird, könnt ihr gemeinsam überlegen, ob es dann sinnvoll ist, eine solche Behandlung anzufangen. Fairerweise sollte ihr eurem Kind sagen, dass die Kassen ab 18 keinerlei Behandlungskosten mehr übernehmen, falls sich euer volljähriges Kind dann doch noch entscheiden sollte, lieber gerade Zähne zu haben.

P.S: Es heißt nicht KieferNorthopäde, wie es so gerne gesagt wird. Das wäre dann eher ein Baumchirurg ;-)

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# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 14. Januar 2014 um 08:05 Uhr in FAMILIE, Kinder, LIFESTYLE, Gesundheit & Fitness | 3480 Aufrufe | 2 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: Zahnspange, Zahnkorrektur, Zahnarzt, schiefe Zähne, korrigieren, Klammer, Kinder, Kieferorthopäde, Kiefernorthopäde, Brekkies, Brackets


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