Welche Richtung soll euer Business nehmen?

Kürzlich hatte ich einen Traum, der mich auf übertriebenen Perfektionismus hinwies: Ich war in einem Gebäude, in dem sich ausschließlich Frauen im Stepford-Stil aufhielten. Jene puppenhaften Weibchen, mit 50er-Jahre Betonfrisur aus dem Film "Die Frauen von Stepford", wie ich sie bislang nur von den Tupperware Montagsmeetings 1985 kannte. (Jaaa, ich war Studentin und brauchte das Geld ...)

Ich fühlte mich in diesem Traum total unzulänglich - wobei ich wirklich keinen Wert darauf lege, so auszusehen, wie diese Androiden. Aber der Traum hallte nach und hat mir meine (vermeintliche?) Unzulänglichkeit vor Augen geführt. Und zwar im Bezug darauf, dass ich immer noch nicht so recht weiß, wohin mein Business-Weg mich führen soll.

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Ich habe direkt dazu einen Podcast aufgenommen (WML-020), den ihr gerne hier anhören könnt. Wer lieber lesen möchte, für den habe ich darunter die Text-Variante.

Also, wie gesagt - beim Aufstehen standen die Selbstzweifel Spalier:

  • Würde ich je durchziehen, was ich möchte?
  • Werde ich je meinen USP herausfinden?
  • Werde ich je den Dachboden entrümpelt kriegen?

WENN SCHON VERSAGER-MIMIMI, DANN BITTE GLEICH ÜBERALL ...

Dieses Loser-Gefühl verschwand zunächst schlagartig, als ich den Tag in Angriff nahm. Ich setzte mich an den Rechner und pflegte die letzte Podcast-Folge (WML-019) bei Auphonic ein:

Das war Arbeit, das war eine klare Aufgabe - da war kein Platz zum Grübeln.

Dann wurde Miss Kleinkind wach. Während ich das Frühstück machte - und mein Arbeitshirn somit Leerlauf hatte - kamen die Fragen sofort wieder:

  • Werde ich es je schaffen, die Arbeit ferigzustellen, die mich meinem Ziel näher bringt?
  • Wenn ich immer jedem gerecht werden will, weil rundum alle etwas von mir wollen, wie soll das je mit dem Business-Aufbau funktionieren?

Heute frage ich mich wirklich, wie eích es geschafft habe, 15 Bücher zu schreiben. Vielleicht, weil ich eine klare Definition von mir hatte:

ICH BIN AUTORIN. PUNKT.

Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich bin und was eigentlich mein erklärtes Hauptziel ist.

Witzigerweise ist mir das auch bei meinem letzten Fiction-Buchprojekt passiert, das ich konzipiert hatte. Ich hatte 1.000 Ideen, habe sehr viel über das Thema gelesen und gelernt. Aber glaubt ihr, ich habe herausgefunden, wo das alles hinführen soll? Wer ist der Antagonist? Was ist das Ende?

Dabei sollte man - sowohl als Autor, als auch im Business - das Ende eigentlich schon zu Beginn kennen. Man muss wissen, wo alles hinführen soll, damit die Dinge, die man tut, nicht lauter lose Ende bleiben, die ziellos im Universum herumwabern, wie die Tentakeln eines verendeten Oktopus im Meer.

Ich habe auf Instagram ein Foto von mir am Rechner. Quer darüber ein Zitat von Gary Vaynerchuk:

TOO MANY PEOPLE TRY TO FIGURE OUT WHAT THEIR NICHE IS, INSTEAD OF DOING SHIT AND THEN YOU FIGURE OUT AFTER TIME.

Frei übersetzt: Zu viele Leute versuchen erst ihre Nische zu finden, anstatt erstmal irgendwas zu tun und währenddessen herauszufinden, was die Nische ist.

Das widerspricht natürllich dem, was ich zuvor geschrieben hatte: Dass man erst das Ende kennen sollte, bevor man wertvolle Arbeitszeit mit ziellosem Herumgestocher verschwendet. Aber was Gary Vee damit sagen will, ist eher: Fangt verdammt nochmal damit an ÜBERHAUPT etwas zu tun! Weil viele Menschen gerne coole Unternehmer sein möchten, aber schon beim ersten Schritt scheitern.

FLUSSDELTA?

Seht euren Business-Weg doch mal als Flussdelta. Foto: A. Kriewel, pixelio.de

Foto: A. Kriewel  / pixelio.de

Also modifiziere ich das mit dem "Man sollte das Haupt-Ziel / das Ende zuerst kennen" mal ein wenig:

Ob Buch oder Business - stellt euch den gesamten Schaffensprozess mal als Fluss vor: Da ist die Quelle - das sind eure Ideen. Der eigentliche Fluss sind all die Dinge, die ihr tun oder schreiben müsst, um das Ende zu erreichen, dort wo der Strom ins Meer mündet. 

Laut dem, was ich anfangs schrieb, müsstet ihr vorher den Ort der Flussmündung ganz genau kennen. Also ob er bei Cuxhaven oder Bremerhaven in die Nordsee fließt. Aber es gibt Abhilfe: Denkt mal an den Nil. Der Nil hat ein riesiges Flussdelta mit zig verschiedenen Stellen, an denen die einzelnen Arme ins Meer münden.

Seht dieses Flussdelta als eine grobe Vorstellung davon, wohin eure Story oder euer Business gehen soll. Ihr habt dann ein grobes Ziel, mit vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, die aber alle ähnliche Vorarbeit erfordern. Der Fluss bleibt also gleich. Vielleicht ist er ein wenig breiter als zunächst gedacht, aber er führt in eure Wunschrichtung. Und für welchen Delta-Arm (oder mehrere) ihr euch entscheidet, könnt ihr z.B. durch die Nachfrage entscheiden lassen. Ihr bietet Verschiedenes an und seht nach einiger Zeit, was am besten läuft und wo ihr eure Arbeit intensivieren solltet. Und ihr bekommt auch eine Vorstellung davon, was ihr vielleicht wieder komplett unter den Tisch fallen lassen könnt. Oder, um bei der Metapher zu bleiben: welche Arme des Deltas wieder vertrocknen dürfen.

ANTI-LOSER-GEFÜHL-HILFE

Um auf dieses Loser-Gefühl vom Anfang zurückzukommen, dagegen kann euch meine Mount-Everest-Liste helfen, die ich leider auch viel seltener benutze, als ich wollte. Diese Liste ist ein wenig das Gegenteil einer To-Do-Liste, obwohl ich durchaus auch manchmal Aufgaben dort eintrage.

Im Prinzip ist es eine DONE-Liste, damit ich sehen, was von dem riesigen Arbeitsberg (= Mount Everest) ich bereits abgetragen habe. Ausführlicher beschreibe ich das in dem verlinkten Artikel.

Diese Liste gibt mir das Gefühl im Businessmodus zu sein, wenn ihr versteht, was ich meine.

Wie geht es euch damit, eine Richtung für euer Business zu finden? Vermutlich hatet ihr sowieso alle eine genauere Vorstellung davon, was ihr machen wollt, als ich. Es ist eben nicht immer toll, wenn man so viele (kreative) Interessen hat. Oder sind Leidensgenossinnen anwesend?

Liebe Grüße

Petra A. Bauer

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# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Montag, 25. Juni 2018 um 14:14 Uhr in KARRIERE, Business | 785 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: welches Business ist richtig für mich, was soll ich arbeiten, Mompreneur, Mama arbeitet, Entscheidungshilfe, Business


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