This is how I work - Wie ich blogge

Schon klar, ich bin vermutlich der letzte Schluffi, der die Fragen von Isabella zur Arbeitsweise beim Bloggen nicht beantwortet hat. Dabei bin ich schon vor längerer Zeit allerorten über dieses Blogstöckchen gestolpert. Z.B. bei Herrn Buddenbohm oder bei Foodfreak. Aber es muss ja auch Schnarchnasen* im Web geben, und deshalb werde ich heute erst verraten, wie und womit ich blogge.

* Das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere ist, dass ich mit Haussanierung und Launch dieses Magazins voll ausgelastet war, aber Schnarchnase klang lustiger.

This is how I work | Wie ich blogge | Blogstöckchen

Bloggerinnen-Typ:

Eierbloggendes Wollblogschwein. Gartenbloggendes Autoren-berufstätige-Mama-Dingsi. Guckt halt selbst:

  • writingwomans Autorenblog (seit 2002). Schreibe dort übers Schreiben und Nichtschreiben, meine Bücher, meine Arbeit als Autorin und zeichne Cartoons (ganz manchmal, aber phasenweise heftig). Blogge dort sonst über alles, was nicht in die anderen Blogs / Magazine passt, als da wären:
  • bauerngartenfee.de (seit 2009). Mein Gartenblog. Mit Videos und Chaosgarten.
  • Treffpunkt Twitter (auch seit 2009). Bisschen selten bebloggt, aber sonst geht es da um Social Media & Digital Lifestyle.
  • mama-im-job.de (seit 2013). Das Magazin, das ihr gerade vor der Nase habt.


Gerätschaften digital:

  • MEDION AKOYA ALDI-Laptop, anno 2011. Eigentlich prima, aber viel zu kleiner Arbeitsspeicher. Videoschnittprogramme verzweifeln daran. Und ich immer gleich mit.
  • diverse externe Festplatten, 500 GB, 1 TB
  • Fujitsu Scansnap 1100. Geil. Kann man überall mit hin nehmen und z.B. Workshopunterlagen vor Ort scannen und das Papier dem Dozenten zurückgeben. Scannt alles direkt als PDF zu Evernote. Oder macht aus echten Fotos einfach JPGs. Das sind die Funktionen, die ich nutze, aber es kann noch mehr. Nicht ganz billig, aber jeden Cent wert. (Und nein, ich werde für meine Lobeshymnen auf diesen Scanner und Evernote nicht bezahlt)
  • iPhone 4
  • iPad 2
  • NIKON D5000 DSLR (Das Nachfolgemodell hat doppelt so viele Megapixel, seufz)
  • Wacom Graphire 4, leider nur noch super selten genutzt (hab eben nachgesehen: Ich hab es 2007 bekommen *hust*)


Gerätschaften analog:

  • verschiedene Notizbücher *, bei denen ich mir immer vornehme, pro Buch streng bei einem Thema zu bleiben, bis ich dann doch eine andere Notiz dazuschreibe, weil das entsprechende andere Buch gerade nicht neben mir liegt
  • Post-it-Zettel in verschiedenen Größen, obwohl ich mir geschworen hatte, keine Post-its mehr zu benutzen. Zumindest nicht um Notizen zu schreiben. Zum Markieren von Stellen in Zeitschriften sind sie prima.
  • alte Briefumschläge (noch böser als Post-it-Zettel, da man die nicht mal festkleben kann und der Verschwindefaktor noch höher ist. Nevertheless ...)
  • Tesafilm (zum Festkleben verschwindegefährdeter ... you name it!)

*[Update 18.09.2013] Ich habe mir einen Schwung neuer Notizbüchlein zugelegt (siehe Foto unten). Ganz dünn, DIN A6, je 3 Stck. für -,50 € bei Nanu-Nana im Angebot. Die passen alle zusammen hervorragend neben den Rechner. So muss ich keine Themen vermischen, weil das passende Heft zu jedem Thema ja dort liegt. Manchmal muss es eben wirklich analog sein - bei aller Evernote-Liebe.

* ich habe mir einen Schwung neuer Notizbüchlein zugelegt. Ganz dünn, DIN A6, 3 Stck. für -,50€ bei Nanu-Nana im Angebot. Die passen alle zusammen hervorragend neben den Rechner. So muss ich keine Themen vermischen, weil das passende Heft zu jedem Thema ja dort liegt. Manchmal muss es eben wirklich analog sein - bei aller Evernote-Liebe.

Arbeitsweise:

öhm ...

Damit ist eigentlich alles gesagt. Aber wer es gerne ein bisschen ausführlicher mag: spontan. Ich habe mittlerweile durchaus einen Redaktionsplan. Aber oft, um das geplante Thema spontan umzuwerfen und durch etwas zu ersetzen, das mir gerade unter den Nägeln brennt.

Weil diese spontanen Texte oft in einem Schwupp durchgehen und nicht mehr die gleiche Intensität hätten, wenn ich sie aufschöbe. "Die Kraft des ersten Gedankens" wird das in einem Schreibratgeber genannt. Es geht dabei zwar um Bücherschreiben, aber was Kreativität und Flow angeht, ist es zunächst egal, ob es sich um 700 Seiten oder 2.000 Zeichen handelt.

Ansonsten schalte ich um 6:50 Uhr gähnend den Rechner an und versuche geradeaus zu gucken. Veröffentliche das erste Posting des Tages (falls ich das nicht schon nachts um zwei getan habe). Treibe mich in meinen Social Networks herum, finde dabei auch die eine oder andere Idee für neue Postings (siehe unten), bereite weitere Beiträge vor, arbeite an Exposés für neue Buchprojekte (und an neuen Buchprojekten, dazu komme ich derzeit aber nur häppchenweise).

Beantworte Sponsorenanfragen und Kommentare, plane Aktionen, lese zu rezensierende Bücher, mache Korrespondenz, Verwaltungsaufgaben und lasse mich immer wieder von WhatsApp-Nachrichten, SMSen und Postboten dabei unterbechen, bis dann abends die Kinder diesen Job persönlich übernehmen ;-)

Aber ich will nicht ungerecht sein - "Mama arbeitet!", hatten sie schon verstanden, als sie klein waren. Und sie fanden immer cool, was ich mache.

Ich schweife ab.

Bei meiner Arbeitsweise geht übrigens vieles ineinander über. Während ich ein Posting schreibe, kann es passieren, dass ich ein anderes lese, das eigentlich überhaupt nichts mit dem Thema zu tun hat. Vielleicht, weil ich gerade etwas recherchieren wollte, aber dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen bin. Oder weil ich einfach mal zwischendrin abschalten muss.

Letztlich komme ich immer wieder zur eigentlichen Tätigkeit zurück, habe dafür aber weitere Ideen im Gepäck. Vielleicht ist diese Arbeitstechnik nicht gerade schnell, aber hey, I do it my way!

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Bloggen:

  • Meine Blogs und das Magazin laufen auf Expression Engine (EE), eingerichtet und betreut von blogwork.de.
  • Blogposts bereite ich entweder direkt in der EE vor, oder in einem Word-Dokument (wird immer seltener) oder in Evernote (Ich liebe Evernote! Für alles!)

Recherchetools:

  • Tante Google ist natürlich ganz vorne dabei.
  • Bücher
  • Zeitschriften / Magazine
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Instagram
  • Pinterest
  • Bloglovin'
  • Flickr (ich komme durch Betrachten von Fotos viel schneller auf Blogideen, weil ich häufig eine Assoziationskette damit lostrete)
  • Alte Fotoalben
  • mein Keller (ihr glaubt gar nicht, was das Ausmisten von altem Kram für Blogideen birgt *g*)
  • und natürlich gehe ich auch raus und fotografiere alles, was mich interessiert (sehr zum Leidwesen meiner Familie, wenn wir mal schnell vorankommen wollen), auch einfach mal als Gedächtnisstütze. Und natürlich, um Fotos für die Blogs zu machen. Ich habe seit einigen Jahren den Grundsatz: Kein Posting ohne Foto oder Grafik.

Bookmark-Verwaltung:

  • Evernote
  • Evernote
  • Ever... ja, schon gut.
  • Die Sternchen im Firefox klicke ich zwar manchmal an und tagge auch, aber ich finde das viel zu unübersichtlich. Außerdem doof bei Geräte-/Browserwechsel. MIt Evernote habe ich alles immer überall dabei und finde es auch wieder.
  • Noch ne Methode: rd. eine Milliarde Browserfenster offen haben, damit ich eben NICHT in den Bookmarks rumwühlen muss, wenn ich an einem Blogbeitrag arbeite.
  • Ich besitze durchaus Accounts bei Social Bookmarking Diensten wie delicio.us, mister wong, und wie sie alle heißen. Aber da schaue ich ungefähr so häufig hinein, wie in meinen Feedreader. Nie. Seiten, die ich mag, also persönlichprivat, surfe ich sowieso auswendig an. Oder tu sie in meine
  • Blogroll. Das ist praktisch. Ich habe nur eine Blogroll bei der Bauerngartenfee, aber die klicke ich durch, wenn ich Lust auf diese Themen habe. [Note to self: Mal wieder durchsurfen, ergänzen und frisch sortieren!]
  • IFTTT. Nicht. Ich hatte das mal eingerichtet und verknüpft, und dann war mein Flickr-Account, mein Facebook-Account und mein EVERNOTE (!!!) nicht mehr zu erreichen. Stattdessen gab es eine äußerst seltsame Meldung auf dem Bildschirm. Der Spuk war zwar nach 10 Minuten (als ich die Verknüpfung rückgängig gemacht hatte) vorbei, aber das war das erste und einzige Mal, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stand, was Computerdinge anlangt. Und zwar nicht metaphorisch sondern ganz echt. Oder was soll ich davon halten, wenn mir das Blut plötzlich vom Kopf in die Füße sackt und ich mich dringend setzen muss, obwohl ich längst sitze?

Wo sammelst du deine Blogideen?

Ihr haut mich auch wirklich nicht, wenn ich jetzt sage: "In Evernote!"? ;-)

Ich habe Unterordner für die verschiedenen Hauptkategorien des Magazins und für die anderen Blogs, damit ich es hinterher leichter habe, Ideen wiederzufinden. Bei mama-im-job.de bemühe ich mich nämlich schon darauf zu achten, dass ich nicht zu einseitig werde, sondern Karriere, Familie, Lifestyle, Freizeit und Blog einigermaßen ausgeglichen bestücke

Früher habe ich meist einfach gebloggt, wenn ich Lust dazu hatte. Nicht, dass ich jetzt keine Lust mehr dazu hätte, aber so ein Magazin (PLUS drei Blogs, die ja deswegen nicht sterben sollen), ist ja nochmal von anderer Qualität.

Vieles habe ich auch heute noch einfach im Kopf, oder Themen fallen mich an, während ich etwas völlig anderes tue. Die schreibe ich dann halt entweder in Evernote (gerne die mobile Version, wenn ich unterwegs bin. Dann kann ich es später zu Hause auf dem Rechner lesen / bearbeiten), in eines meiner Notizbücher oder ich sprinte an den Rechner und schreibe sofort los.

Mein neuester Spleen: Für die Themen, die ich in der nächsten Zeit unbedingt beackern will, öffne ich direkt einen neuen Beitrag in der EE, stelle ihn auf "geschlossen" und sammle das Material dazu an Ort und Stelle. Mal schauen, wie sich das bewährt.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick / Shortcut fürs Bloggen / im Internet

Gna, jetzt ist wieder der Firefox abgestürzt und genau diese Antwort war noch nicht gespeichert ... Also sollte ich wohl schreiben: Um Zeit zu sparen auf Chrome umsteigen ;-)

Copy & Paste ist prima (nicht für Content-Klau sondern um wiederkehrende Elemente rasch einfügen zu können) und wird reichlich genutzt.

Ansonsten bin ich nicht gerade die Queen of Zeitsparing, sondern eine echte Umstandskrämerin. Ich mag auch Automatisierung beim Posten nicht, weil ich häufig feststelle, dass ich in bestimmten Fällen beispielsweise nicht will, dass etwas, was ich auf der einen Plattform poste, direkt an eine andere weitergeleitet wird.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche

Ich habe TeuxDeux, Wunderlist, Rememberthemilk, und das Aufgabentool bei Gmail ausprobiert. Ich habe sogar - ihr ahnt es - To-Do-Listen in Evernote angelegt. Allen Tools gemeinsam ist: Nach spätestens drei Tagen vergesse ich sie zu benutzen. Üblicherweise schreibe ich To-Do-Listen in meine Notizbücher und ignoriere die nervigen Dinge auf der Liste dann einfach, bis sie sich meist sowieso von selbst erledigen ;-)

Das einzige, was wirklich hilft, ist mein Gmail-Kalender. Aber nur, wenn ich mich vor einem Termin (ich setze mir dann Deadlines für bestimmte Dinge) mehrmals daran erinnern lasse.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?

Erst dachte ich so, nee, mir reicht mein iPhone, das ist ja quasi an mir festgewachsen. Aber dann fiel mir die DSLR ein. Mein Camcorder, meine Mikrowelle (schließlich wärme ich x-mal am Tag kalt geweordenen Tee auf, auch in Hochsommer). Ja und mein Auto natürlich! Ich bin erklärter Öffi-Disliker ;-)

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Mitten im Kinderchaos arbeiten. Wenn ich gedanklich abgetaucht bin, krieg ich nix mehr mit. Zum Glück sind sie aus dem Alter raus, wo das schlimm wäre.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Ganz oft Stille, wenn ich alleine im Haus bin. Was ich als Untermalung besonders liebe, wenn ich nicht alleine bin: das Klavierspiel meinre Töchter. Das ist so richtig #hach!

Aber wenn mir sonst nach Musik ist, dann aktuell ganz viel DTH (Die Toten Hosen - denen tingle ich bei der aktuellen Krach-der-Republik-Tour auch durch die selbige hinterher), Kraftklub, Green Day (unvergessen: das Konzert im April in Philadelphia). Toy Dolls. Marteria.

Wenn ich recherchiere, darf es auch mal mehr Deutschrap sein. Das würde mich direkt beim Schreiben zu sehr ablenken. HipHop gerne sowieso. Aber ich lasse zur Zeit auch mal sanftere Klänge an mich ran: Tim Bendzko, Thees Uhlmann, Bosse . Aber wenn ich keine Musik von außen höre, ist sowieso oft ein Ohrwurm in mir drin. Heute z.B. von Thees Uhlmann:

"Wir singen um uns zu erinnern. Meine Wahrheit in 17 Worten: Ich hab ein Kind zu erzieh'n, dir einen Brief zu schreiben und ein Fußballteam zu supporten."

Darauf ein Ha! Ho! He! :-)

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall

Eule!

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Extrovertiert. Schon als kleiner Wurschtel.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Ist ja kaum noch jemand übrig ;-) Aber ich versuche mal mein Glück mit Holy Fruit Salad!, Achtung Mama!, Cactus Practice und Textania. Und natürlich können alle mitmachen, denen auch erst jetzt einfällt, dass sie doch schon längst teilnehmen wollten

Der beste Rat den du je bekommen hast?

Ich stehe nicht auf Ratschläge, schon gar nicht auf ungebetene. Aber einen trage ich im Herzen:

 

Noch irgendwas wichtiges?

Mit dem vorherigen Satz ist alles Wichtige gesagt.

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 11. September 2013 um 21:36 Uhr in Persönlich | 4006 Aufrufe | 2 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
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