So findet ihr eure Motivation wieder

Kennt ihr diese Tage, an denen ihr euch schrubben, duschen und die Haare waschen könnt, so viel ihr wollt und ihr fühlt euch trotzdem irgendwie ungewaschen? Bis euch dann irgendwann klar wird, dass dieses unsaubere Gefühl einfach nur eine tief sitzende Müdigkeit ist, die euch ins Motivationsloch treibt.

Tu es einfach!

Foto: Katie O'Neill  / pixelio.de

Sich wie gelähmt fühlen

Eine Müdigkeit, die nicht zwingend durch Schlafmangel entstanden ist, eher eine melancholisch-müdemachende Verstimmung, plus extreme Unlust und Antriebslosigkeit. Keine Depression, damit kenne ich mich (glücklicherweise) nicht aus. Eher so PMS im Frühstadium, gepaart mit der Erkenntnis (oder der Befürchtung), dass nicht ihr euer Leben gestaltet, sondern, dass das Leben euch lebt und so ziemlich macht was es will. Sklaven der Umstände.

Ihr schaut den Text an, den ihr gestern noch für ziemlich gut gehalten habt, oder die Grafik, die tags zuvor geradezu genial wirkte - und stellt danach euer ganzes Projekt in Frage: Hirngespinste! Traum erfüllen? So ein Quatsch! Schuster, bleib bei deinem Leisten, niemand hat darauf gewartet, dass in einer anderen Branche noch ein Anfänger herumkrebst, der den ganzen Zirkus noch nicht verstanden hat. Die angestammte Branche? Umso schlimmer! Unfähig. Hör doch lieber gleich auf!

Black is black, Schwarzsehen ist das neue "Ich bin gerne größenwahnsinnig, ich ziehe das jetzt durch!"

Und die anderen Dinge, die lästigen Punkte, die ihr auf eurer To-Do-Liste immer weiter nach hinten verschiebt, obwohl sie dringend wären und kaum Zeit kosten, die machen die Stimmung auch nicht besser.

Aushalten, weitermachen!

Was hilft da?

Mit einer Freundin drüber reden. Wenn die nicht greifbar ist: einen der lästigen, in drei Minuten zu erledigenden, To-Do-Listen-Punkte einfach in Angriff nehmen, auch wenn ihr eigentlich lieber schreien würdet, als das zu erledigen. Ihr habt es hinter euch? Hey, die Laune bessert sich schon ein wenig!

Erfahrungsgemäß drücken diese unerledigten Punkte nämlich doch immer ein wenig auf der Seele, auch wenn wir sie vordergründig verdrängen. Oft ist der Grund unserer Abneigung auch gar nicht klar. Für andere Leute wäre es vermutlich genau der Pipifax, der es ist, aber die können euch das aus diversen Gründen nicht abnehmen.

Jetzt einen Tee kochen und euch den Unmut von der Seele schreiben. Papier oder Monitor ist geduldig, da könnt ihr euren Zweifeln Raum geben, fluchen, mit den fiesesten Wörtern, die ihr kennt. Es liest ja niemand, wenn ihr das nicht zulasst. Und aus dem: "Du Lusche, wieso klappt nichts, was du anpackst, du solltest einpacken!", wird langsam ein tiefes Seufzen, das einer Bereitschaft zum Fabulieren Platz macht. Und da ist sie plötzlich wieder, eure Vision, an der ihr noch gestern so viel Spaß hattet.

Schminkt euch, zieht euch was anderes an. Wie sieht in eurer Vorstellung die ideale PR-Texterin aus? Nerdbrille, schwarzer Rolli, wie in einer hippen Berlin-Mitte-Agentur? Los, anziehen! Erfolgsautorin? Irgendwo hattet ihr doch noch diese coole Kostüm, das wie gemacht wäre für eine Lesung vor euren zahlreichen Fans. Anziehen! Rockstar? Cooler Hut, Jeans, weißes T-Shirt Lederjacke, und wenn das nicht da ist, kramt das Verwegenste aus dem Schrank, was ihr finden könnt und Zieht. Es. An.

Tut euer Lieblingsparfum drauf, schaut in den Spiegel und sagt: "Das wäre doch gelacht!" Schließlich hatte es einen Grund, dass ihr genau dieses Projekt machen wolltet. Was sich gestern noch toll anfühlte, kann doch heute nicht völliger Müll sein.

Planung kann helfen

Vielleicht malt ihr eine Mindmap dazu, so richtig altmodisch mit Stiften und Papier, dann könnt ihr auch wütende Striche ziehen, die langsam immer weicher werden. Ihr könnt eure Vision noch ausschmücken, vielleicht auch einen konkreten Plan aufstellen, der euch beim nächsten Loch eine Hilfestellung bietet, an welcher anderen Stelle ihr weitermachen könnt, wenn euch die Sache vom Vortag nicht mehr flasht. Und holt euch jemanden ins Boot, der euch in solchen Momenten mit Anlauf in den Hintern tritt. Ihr müsst raus aus der Passivität und euer Ziel wieder aktiv gestalten.

Ihr sagt, das kostet alles zu viel Zeit? Wie viel Zeit hat es schon gekostet, immer wieder auf das leere Blatt zu starren und alles zu tun, nur nicht das, wofür ihr gestern noch gebrannt habt? Na also.

Das Leben ist groß und bunt und eure Träume haben einen Grund. Traumverschwender waren wir alle lange genug, auf geht's!

Just do it!

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 22. Oktober 2013 um 11:35 Uhr in KARRIERE | 5242 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: wie kann ich mich motivieren, PMS, Motivation, kein Bock, Just do it


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