Internationale Schule – ist das die richtige Wahl für mein Kind?

Auf der Suche nach der richtigen Schulform habt ihr als Eltern die Qual der Wahl. Kommt das staatliche Schulsystem für euch nicht in Frage, kann eine Internationale Schule eine Alternative sein. Da berufstätige Mütter ohnehin mit Ganztagsschulen ganz gut fahren, bieten internationale Schulen eine Menge Chancen - vorausgesetzt, ihr habt das nötige Kleingeld.

Internationale Schule. Foto: © Igor Mojzes

Foto: © Igor Mojzes

Die Internationalen Schulen in Deutschland befinden sich meist in privater Trägerschaft und gelten somit als Ergänzungsschule. Das heißt, dass sie keine staatlichen Zuschüsse erhalten, sondern sich selbst finanzieren müssen. Diese Finanzierung erfolgt in der Regel über Schulgeld, das die Eltern zahlen müssen. Das sind pro Jahr zwischen 12.000 und 18.000 Euro, wobei das Essen noch nicht mit enthalten ist. Allerdings gibt es auch deutlich preiswertere Schulen - hier lohnt sich ein vergleich des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Auch haben viele Internationale Schulen ein Internat angegliedert, in dem die Kinder untergebracht werden können. Das geht allerdings mit weiteren Kosten einher.

Was sind die Vorteile bei einer Internationalen Schule?

Internationale Schulen arbeiten in der Regel mit kleinen Klassen bis maximal 20 Schülern. Dadurch kann der einzelne Schüler besser betreut werden. Häufig orientieren sich Internationale Schulen an einem bestimmten Land als Vorbild, sodass beispielsweise Schuluniformen an der Tagesordnung sein können.

Die Betreuung der Kinder findet ganztags statt. Auch nach dem regulären Schulschluss gibt es oft weitere Angebote, die gemeinsam genutzt werden können. Für die Ausbildung in Fremdsprachen werden meist Muttersprachler eingesetzt und das Lehrpersonal ist häufig motivierter als in Regelschulen. Immerhin kann man bei Privatschulen eher gefeuert werden, aber das Arbeitsklima ist in vielen Fällen auch angenehmer.

Darüber hinaus sind die Lehrpläne international ausgerichtet und die Unterrichtssprache ist oft Englisch.

Die Abschlüsse an der Internationalen Schule

An der Internationalen Schule werden in der Regel keine deutschen Schulabschlüsse (mittlere Reife, Abitur), sondern andere Abschlüsse angeboten. Am bekanntesten ist das International Baccalaureate Diploma, welches den Hochschulzugang in mehr als 110 Ländern weltweit ermöglicht.

Internationale Schulen können im Allgemeinen von Kindern zwischen vier und 19 Jahren besucht werden. Die Schüler werden dort eher zur Selbstständigkeit erzogen und auf das spätere (Arbeits-)Leben meist besser vorbereitet, als das an staalichen Schulen der Fall ist. Durch den internationalen Rahmen eignet sich diese Schulform vor allem für Eltern, die vorhaben, später einmal ins Ausland zu gehen oder aus dem Ausland kommen und nur vorübergehend in Deutschland verweilen. Zudem steigen die Chancen für den Nachwuchs auf eine Karriere überall in der Welt.

Internationale Schulen gibt es allerdings eher in größeren Städten, sodass Kinder in ländlichen Gegenden eher das Nachsehen haben, aber das ist mit fast allen Schulformen so, die aus dem Rahmen fallen.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, einen Tag der offenen Tür zu besuchen, allerdings solltet ihr auch hinter die Kulissen schauen, die für diesen Tag immer auf Hochglanz poliert werden. Dazu sage ich noch ein wenig mehr mehr in meinem nächsten Podcast.

Kein falscher Ehrgeiz bitte!

Es kristallisiert sich häufig schon im Kindergartenalter heruas, ob euer Kind eher mathematisch oder handwerklich begabt ist, als sprachlich. Einen Fünferkandidaten in Englisch auf eine Schule zu schicken, in der der größte Teil des Unterrichts auf Englisch stattfindet KANN nur in die Binsen gehen. Hier also bitte realistisch bleiben. Euer Kind kann auch mit einer Regelschul-Fünf in Englisch Manager in einem international operierenden Konzern werden. Bestes Beispiel ist mein Mann, der beim gleichen (verhassten) Lehrer in Englisch und Französisch eine Fünf hatte, und heute 80% seiner Arbeitszeit mit englischer Businesskonversation oder dem Lesen englischsprachiger Guidelines und Dossiers verbringt. Es ist manchmal eine Frage der Reife, wenn der Groschen erst nach dem Abitur fällt. Aber um bis dahin überhaupt zu kommen, solltet ihr es euren Kindern nicht schon in der Schule zu schwer machen.

Weitere Schulformen:

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 09. Dezember 2015 um 21:31 Uhr in FAMILIE, Schule | 2908 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: weiterführende Schule, Schulwahl, Schulform, Internationale Schule, Fremdsprache, englisch, bilingual


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