Helene liebt den Norden

Helene Stolzenberg ist alleinerziehende Mutter einer dreijährigen Tochter und Geschäftsführerin von Nordliebe.com, einem Online-Versand mit skandinavischem Design für Kinder. Da ist es kein Wunder, dass wir sie beim Nordischen Kulturfest der Nordischen Botschaften in Berlin trafen, wo sie ihre Firma im Pippi-Langstrumpf-Look präsentierte.

Foto: Petra A. Bauer // Helene Stolzenberg von nordliebe.com

Hast du dich selbständig gemacht, nachdem deine Tochter geboren wurde, oder gab es den Nordliebe-Online-Shop schon vorher?

 Ich bin eigentlich Beraterin für PR und für Politische Kommunikation. Nachdem ich meine Tochter bekommen habe, hatte ich ein Jahr lang versucht alleinerziehend im Agenturjob weiter zu bestehen, was sehr schwierig war. weil die Strukturen zu starr waren. Was ich brauchte, war ein Arbeitsplatz, an dem ich flexibler sein kann. z.B. wenn die Kleine mal krank ist. Das war in der Agentur alles sehr schwierig und deswegen habe ich einfach beschlossen, ich fang was Neues an. Und zwar so, dass ich für für die Kleine da sein kann.

Viele Mütter entscheiden sich ja in dieser Situation dazu, etwas zu machen, das auch zum Thema Kind passt. War dieser Shop eine spontane Idee?

Die Idee einen Laden zu machen, brodelte eigentlich schon lange in mir. Als ich dann den Businessplan schrieb, wurde mir klar, dass man mit einem Onlineshop weit besser fährt, als mit einem echten Laden. Schon weil die Miete wegfällt. Und ich biete auch europaweiten Versand an - das bietet eine Menge Wachstumsmöglichkeiten.

Machst du einige Sachen aus dem Shop auch selber?

Nein, ich importiere aus Skandinavien: aus Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland.

Learning by doing

Was war denn die größte Schwierigkeit beim Umsetzen deiner Geschäftsidee?

Es funktioniert nur mit einer guten Kinderbetreuung. Ich habe keine Großeltern hier in der Stadt. Stattdessen habe ich eine Kinderfrau und mein Bruder passt ab und zu mal auf meine Tochter auf. Das sind alles Dinge, die sich regeln lassen. Was ich nach wie vor schwierig finde, ist, wenn meine Tochter oder ich krank werden, weil ich dann einfach nicht zum arbeiten komme, aber die Sachen liegen trotzdem auf dem Tisch und brennen. Ich glaube aber, das geht jeder Mutter so, die arbeitet.

Ich würde sagen, die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, so ein Business zu starten, liegen definitiv woanders: Das technische Know-How und das wirtschaftliche Wissen, all das sind die Dinge, die man sich erst erarbeiten muss. 

Wie hast du das gemacht?

Learning by doing. Leute fragen und ausprobieren, was geht.

Stimmt, Leute fragen ist immer wichtig. Sich Hilfe holen. Das ist etwas, wovor viele Mütter eine gewisse Scheu haben. Gerade vor einem möglichen Schritt in die Selbständigkeit, wenn sie denken, ach Gott, das kann ich ja alles gar nicht. Dabei gibt es so viele Menschen, die gerne helfen.

Diese Scheu hatte ich nicht. Ich mache das auch gerne. Ich finde überhaupt, sich vernetzen ist sehr wichtig. Das würde ich jedem empfehlen. 

Was du anhast, ist das auch aus deinem Shop?

Ja, das ist der Pippi-Langstrumpf-Pullover. Den gibt es für Kinder und für Erwachsene und es ist einer unserer Bestseller.

Mal weg vom Business - was machst du denn in Berlin mit deinem Kind am liebsten?

Im Sommer gehen wir oft an den See zum Schwimmen oder fahren mal in den Tierpark. Wir lieben es, einfach draußen zu sein, so lange es möglich ist. Im Winter sind wir dann eigentlich immer bei Freunden. 

Danke für das nette Gespräch, Helene!


Helene Stolzenberg am Nordliebe-Stand

Foto: Petra A. Bauer // Helene Stolzenberg von nordliebe.com

Anschließend konnte ich nicht widerstehen und habe mir gleich den Pippi-Langstrumpf-Pullover gekauft. Übrigens hat Eva Fadeel, die gotländische Designerin dieses gemütlichen Kleidungsstücks, ihre Firma für BIO-Kinder- und Erwachsenenmode auch in der Elternzeit gegründet. In uns steckt eben unendliche Kreativität, Mädels!


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