Eure Komfortzone ist zu gemütlich!

Ich weiß, die Aufforderung "Raus aus der Komfortzone!" ist nicht neu. Und vermtulich nervt es euch tierisch, dass alle von euch immer verlangen, euren gemütlichen Platz aufzugeben. Gerade, wenn ihr kleine Kinder habt, seid ihr vermutlich froh, wenn ihr im Berufsleben nicht auch noch etwas Neues ausprobieren müsst. Aber Kinder werden größer - und ihr vielleicht unzufrieden. Oder noch schlimmer: Euer Unternehmen geht den Bach runter, weil ihr nicht rechtzeitig den Hintern hoch bekommen habt.

Pabbles chillt in ihrer Komfortzone. Zeichnung: Petra A. Bauer 2015

 

KOMFORTZONE - WAS IST DAS EIGENTLICH?

Ich verstehe darunter all die eingefahrenen Verhaltensweisen, die ich mal mit dem Satz "Das habe ich doch schon immer so gemacht!" zusammenfassen möchte.

Verständlich. Ich bin ja auch vom Staate Never change a winning system. Aber bin ich damit weit gekommen? Nö.

Ja, ich habe 15 Bücher veröffentlicht. Und natürlich bin ich stolz darauf. Nach fünf fertiggestellten Manuskripten in einem Jahr (plus Erziehung unserer vier Kinder, denn die haben sich in der Zeit ja nicht in Luft aufgelöst) benötigte ich dringend eine Kreativpause. Irgendwann stellte ich jedoch fest, dass die Methode, mit der ich vorher an Buchverträge gekommen war, nicht mehr funktionierten. Jedenfalls nicht für die Verlage, die ich mir für die Zeit nach dem Break ausgesucht hatte, Außerdem hatte der Buchmarkt begonnen sich zu wandeln.

Mein Fehler - ich hatte zu lange Pause gemacht, mich auf meinen Lorbeeren ausgeruht und versäumt mich rechtzeitig den Veränderungen des Marktes anzupassen. Ein Fehler, den auch große Unternehmen machen. Denkt nur mal daran, wie der Foto-Riese KODAK den Umstieg auf den digitalen Markt total verpennt hat, weil das Unternehmen sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen konnte, dass die Digitalisierung eine echte Bedrohung sein könnte.

 

Raus aus der Komfortzone!

Foto: Kaspars Grinvalds - Fotolia.de

BEWEG DICH!

Ich besitze ein Sportshirt, auf dem steht in Großbuchstaben MOVE YOUR ASS!

Was eigentlich als Anfeuerung für körperliche Betätigung gedacht ist, kann aber auch als Sinnbild für eure (und meine) berufliche Fortbewegung dienen. Denn wenn wir alle immer so gemächlich weiterwursteln, wie bisher, dann kommen wir nicht voran. Oder nur sehr langsam.

Als Beispiel kann schon das leidige Thema Akquise dienen. In Zeiten guter Auftragslage, arbeiten wir unsere Verträge ab und denken, das geht immer so weiter. Außerdem haben wir ja gar keine Zeit für die Akquise von Neukunden. Was, wenn die sofort einen Auftrag vergeben wollen? Sowas haben wir ja noch nie gemacht! Und dann kommt der Moment, an dem keine Aufträge von alleine mehr hineinkommen. Wenn ihr dann erst damit anfangt neue Aufträge an Land zu ziehen, müsst ihr schon ein gutes finanzielles Polster haben, damit es nicht jeden Tag Nudeln mit Ketchup geben muss. Jede Woche zwei Stunden Zeit für Akquise kann durchaus reichen - dafür müsst ihr die gemütliche Zone nicht einmal besonders weit verlassen.

Gleiches gilt für die Anpassung an den Markt bzw. an Kundenbedürfnisse, was im Prinzip untrennbar verbunden ist. Wenn ihr euer Produkt die ganze Zeit am Kunden vorbei herstellt, werdet ihr irgendwann nicht mehr viel davon verkaufen. Die Komfortzone zu verlassen bedeutet in diesem Fall: das Ohr am Kunden haben, immer nach Trends Ausschau halten. Mütter wollen Babydecken neuerdings am liebsten in dem grässlichen Braun in dem momentan fast alle Kinderwagen gehalten sind? Dann müsst ihr die Herstellung von roten, rosafarbenem und hellblauen Exemplare eben zugunsten der braunen Decken zurückfahren, bis die Mütterwelt darauf zurückkommt. Oder tannengrüne Decken möchte. Vielleicht sind Babydecken ganz out? Es lohnt sich immer, täglich auch AM Unternehmen zu arbeiten, was in diesem Fall bedeutet eine Änderung oder Ausweitung der Produktpalette in den Bereich des Möglichen zu rücken. Dafür müsst ihr aber anfangen querzudenken. Auch nicht sehr komfortabel, kann aber eure Firma retten.

KLEINE SCHRITTE

Ihr müsst ja nicht sofort eure ganzen Strukturen umwerfen und neu zusammenpuzzeln. Eine Idee wäre, erst einmal an eurem Selbstbewusstsein zu schrauben. Wenn ihr lange nichts bewegt habt, seid ihr vielleicht auch ein bisschen schüchtern geworden. Monsieur Selbstzweifel sitzt ständig auf eurer Schulter und nuschelt: "Das wird eh nix mehr!" Dann braucht ihr eigentlich als erstes neuen Mut.

Dazu habe ich eine hübsche Idee bei meiner Texttreff-Kollegin Zamyat M. Klein gefunden. Sie schlägt vor, jeden Tag euren "Mutmuskel" ein wenig zu trainieren, sprich: Dinge zu tun, die ihr noch nie gemacht habt. Über euren Schatten springen. Ihr könnt auch einen Monat lang mit ihr zusammen am kostenlos am Mutmuskel-Training teilnehmen. Zur Einstimmung gibt es am 22.6.2015 ein Webinar dazu. Ich werde von Zamyat für diese Empfehlung nicht bezahlt - ich finde die Idee nur gut. Und habe mich eben auch angemeldet.

Dann könnt ihr beginnen an eurem Selbstverständnis zu arbeiten. Überlegen "Was will ich wirklich und mit welchen MItteln kann ich es erreichen?"

RADIKALE EINSCHNITTE

Vielleicht kommt am Ende dabei aber auch dabei heraus, dass ihr mit dem, was ihr macht, überhaupt nicht mehr glücklich seid und euch völlig neu positionieren wollt. Um herauszufinden, wohin der Weg gehen soll, habe ich hier einige Tipps zur Zielfindung für euch.

Und hier noch ein Zitat der Serial Entrepreneurin Katja Bartholmess, die eine Frau kennenlernte, die vor Jahrzehnten ein gesellschaftswissenschaftliches Studium absolviert hatte und nun in einem naturwissenschaftlichen Fach promovieren wollte und sich da auch durchgebissen hat - allen Widrigkeiten zum Trotz.

 

"Was ich von ihr gelernt habe ist, dass man jederzeit die Stop-Taste des aktuellen Lebensweges drücken und einen komplett neuen Lebensweg beschreiten kann. Und zwar auf eine viel radikalere Weise als die bloße Überlegeung, ob man an der Gabelung rechts oder links abbiegt. (...) Wenn einem das Ziel wichtig genug ist, kann man sich mit dem Gedanken anfreunden, dass das Leben von nun an unter teilweise enorm erschwerten Bedingungen stattfindet."

Quelle: Katja Bartholmess im inzwischen leider eingestellten Blog businessforpussies.com

 

Es mag sehr viel Energie kosten, sich vom Sofa herunterzubewegen und zu beginnen, eure Arbeit kritisch zu hinterfragen. Aber wie viel Energie wird es erst bringen, wenn ihr euch auf Veränderungen einlasst, die euch einen riesigen Schritt nach vorne katapultieren? Ihr müsst es nur tun.

Wie habt ihr euren Hintern bewegt, um beruflich vorwärts zu kommen? Ich freue mich über Erfahrungsberichte im Kommentarfeld!

Übrigens: Mehr von Pabbles findet ihr hier.

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 07. Juni 2015 um 22:26 Uhr in KARRIERE, Business, (Wieder)Einstieg | 2509 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: umstrunkturieren, Raus aus der Komfortzone, querdenken, Komfortzone, Bequemlichkeit aufgeben, Bequemlichkeit


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