Elternmitarbeit in der Schule

Etliche Familien haben die Aufregung der Einschulung gerade hinter sich gebracht, einige haben sie noch vor sich. Doch eines ist jetzt schon klar: an Elternabenden werdet ihr nicht vorbeikommen, und das ist (zumindest in den Grundschulen) auch manchmal nicht ganz unwichtig. Und spätestens dort werdet ihr erfahren, dass es Lehrer gibt, die die Eltern gerne mit Haut und Haar in den Schulbetrieb einsaugen würden: als Hilfslehrer, Aufpasser, und was sonst so anfällt. Und das kostet Zeit. Viel Zeit, die berufstätige Mütter nicht haben.

Elternmitarbeit in der Schule

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Elternversammlung, Elternsprechtag, Elternrat, Begleitung von Schulausflügen, Beteiligung an Schulgremien auf Bezirks- und Landesebene, Kuchen backen für Spendenveranstaltungen und Betreuung der Kinder bei den Hausaufgaben – es gibt viele Möglichkeiten für Eltern, sich in die Schule mit einzubringen. Und es gibt auch genügend Mütter (selten Väter), die dies gerne tun und Zeit dafür haben. Als ich noch nicht berufstätig war, gehörte ich dem Vorstand des Schulfördervereins an und habe die Schulzeitung herausgegeben und mit drei anderen Müttern redaktionell betreut. Damals war das prima - heute wäre es vollkommen unrealistisch.

Zahlreiche Schulen verlangen Elternmitarbeit jedoch regelrecht und zeigen sich bitter enttäuscht, wenn Eltern einmal keine Zeit dafür haben. Wenn ihr unter einer zu hohen Erwartungshaltung seitens der Schule leidet und unter dem Druck steht, neben dem Beruf auch noch viele Stunden in die Elternarbeit in der Schule investieren zu müssen, solltet ihr lernen, Nein zu sagen (das ist sowieso für alle Lebenslagen extrem nützlich, und gerade wir Frauen tun uns damit häufig schwer).

Gespräche mit den Lehrern suchen

Gerade die Lehrer versuchen oft, den Eltern, die aufgrund ihrer beruflichen Situation schlicht und ergreifend nicht die Zeit haben, sich mit vielen Stunden in die Elternarbeit einzubringen, ein schlechtes Gewissen einzureden. Diese Versuche solltet ihr dringend abblocken.

Am besten versucht ihr dem Lehrer in einem ruhigen Gespräch zu erklären, dass es einfach nicht zu realisieren ist, auch noch als Lesemutter zu agieren, die Betreuung bei den Hausaufgaben im Schulhort zu übernehmen oder sich in Schulgremien zu engagieren. Eventuell lässt sich ein Kompromiss finden und man kann sich auf eine Elternmitarbeit mit starken zeitlichen Einschränkungen einigen. So kann man hin und wieder ein paar Kekse für die Spendenveranstaltung backen (oder von Opa backen lassen!), sich aber von der ganzen Organisation drumherum zurückhalten.

Zu nichts drängen lassen

Der größte Fehler wäre es hingegen, sich von den Lehrern dazu drängen zu lassen, aktive Elternmitarbeit zu leisten. Das sorgt für zusätzlichen Stress gerade bei berufstätigen Eltern mit mehreren Kindern. Daher solltet ihr versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden, anstatt euch in eine Rolle drängen zu lassen, die ihr nicht ausfüllen könnt und wollt.

Generell gilt, dass auch für Schulen die Elternmitarbeit nur dann sinnvoll ist, wenn die Eltern sich freiwillig engagieren und tatsächlich hinter der Idee stehen. Wer mehr oder weniger gezwungen wird, legt keinen Elan an den Tag. Die Vorteile der Elternmitarbeit werden dann nicht komplett ausgeschöpft und keine der beiden Seiten kann profitieren.

Die anderen Eltern

Häufig wird auch sozialer Druck von anderen Eltern aufgebaut. Mal als Sticheleien beim Bringen und Abholen (falls ihr überhaupt die Zeit habt, mit in die Schule hineinzugehen), mal wird es über die Kinder ausgetragen ("Die Mama von Marvin hilft nie bei irgendetwas mit!"). Da hilft es nur, sich ein dickes Fell zuzulegen. Und wenn die Kinder die Leidtragenden sind (kann manchmal ein klärendes Gespräch mit den Eltern helfen, die sich, wenn sie nicht berufstätig sind, mitunter gar nicht vorstellen können, dass keine Zeit für solche Dinge übrig ist. Was auch hilft: Konsequent in Businesskleidung beim Bringen und Abholen auftauchen, auch wenn ihr im Homeoffice arbeitet. Sonst heißt es möglicherweise: "Sie können sich Ihre Zeit doch frei einteilen!" Nur bleibt auf diese Weise von der Arbeitszeit am Ende nicht mehr viel übrig, wenn alle das zu euch sagen. Daher auch hier: abgrenzen, Nein sagen, sich dem Mütterkonkurrenzkampf elegant entziehen. Oft wird der nämlich tatsächlich vin denjenigen ausgefochten, die nicht richtig ausgelastet sind.

Viel Erfolg dabei und euren Kindern eine schöne Schulzeit!

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# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 26. August 2014 um 15:23 Uhr in FAMILIE, Kinder, Schule | 2945 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: Schule, Schulausflüge, Lesemütter, Lehrer, Hausaufgabenbetreuung, Hausaufgaben, Elternmitarbeit, Eltern, berufstätige Mütter


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