Einschulung - was muss ich beachten?

Ein vielleicht unbedeutender Tag für die Menschheit, ein großes Ereignis für ein kleines Menschlein  - und dessen Eltern. Es ist zwar noch ein bisschen hin, aber schließlich ist ja nicht nur der Tag selbst für die Beteiligten spannend: Auch im Vorfeld gibt es einiges zu beachten.

Einschulung

  • Einschulungsalter
  • Einschulungsuntersuchung
  • Welche Schule?
  • Der erste Elternabend
  • Einschulungsveranstaltung
  • Die Schultüte

Wann wird mein Kind eingeschult?

Schweizer würden sagen: "Das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich!" 1 Aber auch in Deutschland ist Bildung Ländersache und das Einschulungsalter ist in erster Linie ein politischer Kompromiss.

Insgesamt kann man sagen, dass die Bestrebungen eher dahin gehen, Kinder früher einzuschulen, nachdem lange Zeit siebenjährige Erstklässler nicht unüblich waren, mit den entsprechenden Nebenerscheinungen: Langeweile im Kindergarten, Unterforderung zu Hause, viel zu "alte" Schulabgänger, die zu spät studierten und im internationalen Vergleich somit nicht konkurrenzfähig waren. Natürlich gibt es auch heute noch Kinder, für die ein Einschulungsalter von 7 Jahren immer noch zu früh wäre, aber man geht vom Durchschnitt aus, und wäre das Schulsystem besser auf jüngere Kinder eingestellt, wäre früher grundsätzlich besser. Letztlich bleibt nur Ausprobieren, denn eine Unterforderung ist ebenso ungünstig, wie eine Überforderung. Leider liegt es häufig am Klassenlehrer (nicht nur, aber es ist ein nicht zu unterschätzender Faktor), welches Szenario letztlich zutreffen wird.

Um herauszufinden, welcher Geburtsjahrgang im jeweiligen Kalenderjahr eingeschult wird, googelt ihr am besten nach Stichtag Einschulung + Kalenderjahr + Bundesland. Dort findet ihr dann auch die Anmeldefristen für das Einschulungsprozedere.

Grob gesagt werden jedeoch im Sommer 2014 standardmäßig alle Kinder des Geburtsjahrgangs 2008 eingeschult, auf Antrag können auch die 2009er Kinder in die Schule gehen (früher wurde das "Kann-Kind-Regelung" genannt; vielleicht erinnert sich eine von euch noch daran). Die Anmeldefristen für diesen Sommer (2014) sind bereits vorbei (meist liegen die Fristen im Oktober / November).

1 = Das ist die Standardantwort der Schweizer, wenn man sie fragt, wie etwas in der Schweiz funktioniert. Im Prinzip ist es ein running gag ;-)

Die Einschulungsuntersuchung

Die Einschulungsuntersuchung ist ein Pflichttermin für jedes Kind, das die Schule besuchen wird. In einigen Bundesländern findet sie im Kindergarten statt, in anderen müssen die Eltern mit dem Kind zum Schularzt oder zum kinderärztlichen Dienst gehen. Die Infos dazu gibt es jedoch i.A. schriftlich, wenn euer Kind das EInschullungsalter erreicht.

Bei der Untersuchung werden eventuelle Defizite erkannt, so wird z.B. (zumindest in Berlin) noch einmal die Hör- und Sehfähigkeit getestet und die Fein- und Grobmotorik überprüft. Sollte dies nicht geschehen, ist es grundsätzlich eine gute Idee, mit dem Kind beim Augenarzt oder Optiker zu prüfen, ob es eventuell eine Brille benötigt. Denn nichts ist ungünstiger fürs Lernen, als wenn das Kind nicht erkennt, was auf der Tafel steht. Ihr solltet euch nicht unbedingt darauf verlassen, dass es das auch merkt oder von selbst darauf hinweist. Selbst eine geringe Sehschwäche kann zu überanstrengten Augen und dadurch bedingten Kopfschmerzen führen.

 

Welche Schule für mein Kind?

Ist es schon schwierig genug, das individuell passende Einschulungsalter für euer Kind zu bestimmen, geht die Qual der Wahl bei der richtigen Schule gleich weiter. In früheren Jahren gab es da gar keine Wahlmöglichkeit: Das Kind kam in die Grundschule des Wohn-Einzugsgebietes und basta.

Abgesehen von den unterschiedlichen Herangehensweisen der einzelnen Bundesländer, gilt es jedoch mittlerweile viele grundsätzliche Überlegungen anzustellen:

  • Grundschule näher am Wohnort oder am Arbeitsplatz von Mutter oder Vater oder gar am Wohnort der Großeltern?
  • Grundschule, auf die die Freunde des Kindes gehen werden?
  • Ruf der Grundschulen (da gibt es große Unterschiede, aber auch hier steht und fällt alles mit dem Klassenlehrer, den man sich ja leider nicht aussuchen kann)
  • Oder doch lieber eine andere Schulform? Neben den bekannteren Waldorfschulen und Montessorischulen gibt es inzwischen immer mehr freie Schulen und Privatschulen. Häufig gegründet von Eltern, die mit dem bestehenden Schulsystem unzufrieden sind. Eine recht gute Übersicht freier Schulen bietet die Adressliste, die auf der Homepage des Bundesverbandes freier Alternativschulen e.V. zu finden ist. Ansonsten hilft auch googlen nach freie Schulen + Bundesland.
  • Für nachgewiesen hochbegabte Kinder, ist der Besuch einer Schule mit Schwerpunkt Hochbegabung sicher eine gute Idee.Allerdings gibt es auch in diesem Fall oft eine große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Ein gutes Schulkonzept kann für euer Kind u.U. schon an einem Klassenlehrer scheitern, der es nicht leisten kann, das Prinzip der Binnendifferenzierung umzusetzen. Am besten helfen Erfahrungsberichte und der Austausch mit anderen Eltern hochbegabter Kinder, die man z.B. über die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. kennenlernen kann.

Hier gibt es übrigens noch eine Checkliste die bei weiteren Fragen rund um die Einschulung hilft.

Der erste Elternabend

Der erste Elternabend fand zumindest bei meinen vier Kindern (Berlin) immer schon VOR dem Tag der Einschulung statt. An diesem Termin stellt sich i.A. die Klassenlehrerin den Eltern vor, manchmal auch der Co-Klassenlehrer oder ein Fachlehrer (wobei der Fächerkanon in der Grundschule ja noch übersichtlich ist).

Bei all meinen Kindern wurde den Eltern ein Hieroglyphenzettel vorgelegt, der entschüsselt werden musste, um zu verdeutlichen, wie schwierig Lesenlernen für die Kinder sein kann. Und bei allen Kindern wurde vorher gesagt, dass Eltern die Hausaufgabenzeit nach 30 Minuten abbrechen und ihren Kindern nicht bei den Hausaufgaben helfen sollen. Weil die Aufgaben u.a. dazu dienen, dem Klassenlehrer zu zeigen, ob er im richtigen Tempo mit der Stoffvermittlung voranschreitet oder die Kinder u.U. nicht mitkommen. Bei allen vier Kindern war ich die einzige Mutter, die sich an diese (äußerst sinnvolle) Regel gehalten hat. Alle anderen Mütter haben sich auf die Hausaufgaben gestürzt und ihre Kinder so gedrillt, dass sie sie richtig machen, egal wie lange es dauert und wie oft sie sie neu schreiben mussten, bis es auch noch "schön" aussah.

So kann man bei Kindern den Spaß an der Schule auch im Keim ersticken.

Und - Überraschung - es gibt auch Mütter (ja, es sind IMMER die Mütter die gefordert werden, auch im 21. Jahrhundert noch), die aufgrund ihrer Berufstätigkeit die zunehmende Mitarbeit bei Hausaufgaben und in den Schulen (völlig entgegengesetzt zu dem, was am ersten Elternabend gesagt wird) nicht leisten können. Und es kann auch nicht Sinn eines Schulsystems sein, die Arbeit auf die Eltern abzuwälzen, wenn der Stoff des Lehrplans nicht während des Unterrichts vermittelt werden kann.

Die Einschulungsveranstaltung

Eine Einladung zur Einschulungsveranstaltung (meist am Samstag, nachdem für die anderen Schule der Schulalltag nach den Großen Ferien wieder begonnen hat), bekommt ihr von der Schule. Mit der Einladung erhaltet ihr alle notwendigen Informationen zum Ablauf und auch draüber, wie viele Personen zur Feier mitgebracht werden dürfen. Häufig ist der Platz begrenzt, dann muss dir Tante des Schwippschwagers eben erst zur anschließenden Feier hinzukommen.

Die Schultüte

Die Schultüte ist vermutlich das wichtigste Element an der Einschulung - zumindest aus Sicht der ABC-Schützen. Natürlich sind die Kleinen auch aufgeregt wegen der Schule an sich, Aber die Tüte ist der Hit!

Die Füllung:

Deshalb sollte auch eine ausgewogene Mischung aus Süßem, Spielzeug und Nützlichem für die Schule enthalten sein. Früher hieß die Schultüte zwar auch "Zuckertüte", aber eine große Schultüte bis obenhin mit Süßigkeiten vollzustopfen, ist wohl glücklicherweise nicht mehr zeitgemäß. Nützliches für die Schule, sollte nicht ausgerechnet das sein, was ohnehin auf der Materialliste steht. Niedliche Radiergummis, Motivlineale oder eine ganz besonderes Brotbüchse oder Trinkflasche (Achtung: mag ein Motiv auch noch so hübsch sein - lieber eine mit Dichtigkeitsgarantie kaufen und mehr investieren. Die Trinkflaschen von Nalgene halten beispielsweise gut dicht und es gibt sie auch mit Fußballermotiv).

Die Tüte:

Tüten kann man in allen Farben, Motiven und Größen kaufen. Wer Zeit hat, kann sie jedoch auch selber machen und individuell auf das Kind zuschneiden. Achtung: Kein schlechtes Gewissen haben, wenn es die Tüte aus dem Supermarkt ist. Das könnt ihr mit coolem Inhalt wieder wett machen.

Für Bastlerinnen mit Zeit gibt es Anleitungsbücher oder ihr schaut mal hier: XXX

Geschwisterkinder:

Seit einiger Zeit scheint es üblich zu sein, für die (jüngeren) Geschwisterkinder am Tag der Einschulung Mini-Schultüten bereitzuhalten "damit sich die Kleinen nicht zurückgesetzt fühlen".

Sorry, aber ich finde das grundfalsch. Meiner Meinung nach, müssen Kinder auch mal lernen, dass sie nicht alles haben können (etwas, was mittlerweile leider ziemlich in Vergessenheit geraten zu sein scheint). Außerdem ist es der große Tag des Kindes, das in die Schule kommt. Weshalb sollte man diesen Sonderstatus abwerten? Man wird nur einmal im Leben eingeschult, und das sollte etwas ganz Besonderes sein.

An der darauffolgenden Aktivität (Essen gehen mit der Familie, in den Kletterpark, in den Zoo, ins Schwimmbad, auf den Indoor-Spielplatz, etc.) nehmen ohnehin alle gemeinsam teil. Den Kleinen muss ein Hinweis auf ihre eigene Schultüte am Einschulungstag genügen - es sei denn, es ist abzusehen, dass ihr damit endlose Diskussionen startet. Ein "Das ist jetzt eben so!", wirkt manchmal Wunder. Sollte man viel häufiger machen ;-)

-.-.-.-.-.-

Mehr zum Thema Einschulung / Schulanfang auf mama-im-job.de:

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# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Freitag, 21. März 2014 um 18:14 Uhr in FAMILIE, Kinder, Schule | 6065 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: Einschulung


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