Die liebe Ordnung - KÜCHE

Ich bin im Sternbild Stier geboren, glaube aber an so etwas nicht (ich glaube eh an nix). Ich fand es aber immer sehr amüsant, wenn in der Beschreibung zu meinem Drittel der Stier-Zeit immer stand, Stiere seien ordnungsliebend. Ein prüfender Blick ins (Kinder-)Zimmer und ich musste jedes Mal lachen. Irgendwann habe ich das für mich folgendermaßen interpretiert: Ja, ich liebe Ordnung - so lange ich sie nicht selber machen muss :-D
Aber ich arbeite daran. Schritt für Schritt. Und als erstes ist die Küche dran.

Früh übt sich, wer im Chaos ein System entdecken will

Doch bevor ich mich dem Küchenproblem nähere, möchte ich ein paar allgemeine Dinge zum Thema Ordnung sagen, die mir durch den Kopf gegangen sind:

ORDNUNG MUSS MAN LERNEN

Das Babytörtchen hat mit ihren nun 20 Monaten offenbar noch ein ambivalentes Verhältnis zur Ordnung. Bis vor kurzem hat sie eigentlich alles großflächig auf dem Boden verteilt, was in ihrer Reichweite war. Aber nun hat sie ein neues Hobby: Sortieren.

Das kann man besonders schön auf dem Bild oben sehen, denn momentan haben es ihr Stifte angetan. Das verschafft mir aktuell die Zeit, diesen Blogbeitrag zu schreiben :-) Zunächst hat sie alle Stifte aus dem gelben Becher herausgezogen, betrachtet und "gezählt". "Sechssieben, elf, neunzehn."

Als sie ihr Selterglas leergetrunken hat (glücklicherweise nicht schon vorher!) hat sie einige Stifte dort hinein sortiert. Und der Rest ihres Brötchens durfte sich auch dazu gesellen :-D

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Fiel ein Stift hinunter, rief sie "Oh, nein!" und schlug die Hand vor den Mund. Vor einigen Wochen wäre ihr das noch vollkommen egal gewesen. Später zog sie auf den Boden um und murmelte sich niedliche Dinge in den Bart, während sie weiter sortierte. Bis sie schließlich mit dem erzeugten Chaos zufrieden war und den Stiftebecher in ihre kleine Höhle unter dem Hochstuhl stellte. (Nachmittags waren die Stifte im Becher dann übrigens "Pizzanudeln!".)

ordnungsliebe

Ich finde, dass man daran sehr schön sehen kann, dass sich Ordnung bzw. Ordnungsverständnis erst entwickeln muss. Und dass jeder Mensch die Methode für sich herausfinden muss, die für ihn und  am besten passt.

Deshalb gestaltet sich ja auch das Zusammenleben mit mehreren Menschen mitunter so schwierig, egal, ob es sich um eine Familie oder eine WG handelt.

Beispiel Kühlschrank: Ich habe Stapel-Tupperdosen, in denen ich den aktuellen Belag aufbewahre (eine Dose z.B. mit Mortadella, eine für Salami, eine für Käse). Die dazugehörigen Vorratspackungen befinden sich in der oberen Null-Grad-Schublade. So weit die Theorie.

Im echten Leben sieht es so aus, dass außer mir niemand in die Tupperdosen hineinschaut, geschweige denn die Wurst und den Käse von dort nimmt. Stattdessen finde ich mit schöner Regelmäßigkeit aufgerissene Wurst- und Käsepackungen im Null-Grad-Fach. Offenbar haben meine Kinder
- ein Gedächtnis wie ein Sieb
- ein anderes Ordnungsverständnis als ich.

Als ich sie bat, sich selbst eine Kühlschrankordnung zu überlegen, haben sie sämtlichen Belag in den Packungen oben im Kühlschrank gelagert und ich war bereit, das zähneknirschend zu akzeptieren, bis sich einen halben Tag später, wieder alles kreuz und quer in den oberen Fächern befand. Gerne offen und auf dem Kopf stehend. Und es macht wirklich keinen Spaß, minutenlang die Pinguine aus dem Kühlschrank zu lassen, um eine bestimmte Scheibe Wurst oder einen Joghurt zu finden. Abgesehen davon, dass ich nicht gerne in undefinierbare Pampe fasse, weil etwas wegen Schräglage ausgelaufen ist. Also werde ich wohl wieder die Fächer beschriften. Auch wenn es schwierig zu sein scheint, Margarine dort unterzubrigen, wo Margarine steht, aber die Chancen auf einen Treffer erhöhen sich zumindest um 5 Prozent. ;-)

ENTRÜMPELN ALS ENTWICKLUNGSHILFE

Die Entwicklung (nicht nur) der Kühlschrank-Ordnung ist bei meiner Brut also offenbar noch nicht abgeschlossen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: das ist auch bei mir noch ausbaufähig ;-) Möglicherweise gibt es einen Schub für das Ordnungsverständnis, sobald eine eigene Wohnung bezogen wird (hat bei mir jetzt nicht so geklappt damals *g*). Bei Kind 2 war die Ordnungsliebe ohnehin schon stärker ausgepräcgt, also funktioniert es auch in ihrer Wohnung gut. Kind 1 hat es ein weniger pragmatischer erledigt und sich eine Freundin gesucht, die ihm alles hinterherkramt, ihm aber anscheinend auch ihr Ordnungsverständins nahe gebracht hat. Wird also.

Was auf jeden Fall bei der Entwicklung des Ordnungssinnes hilft, ist, die Dinge überschaubar zu halten. Ich hatte bereits als Kind mehr Zeug als Platz dafür (z.B. über 200 Bücher, während meinne Klassenkameraden z.T. gar keines besaßen - wir mussten in der Grundschule mal zählen), daher war es für mich immer schwierig, alles in Ordnung zu halten. Wie soll man Dinge an ihren Platz zurück räumen, wenn es keinen Platz dafür gibt?

POSITIVE EMPFINDUNGEN SCHAFFEN

Ich habe also immer mit einem gewissen Maß an Unordnung gelebt und meist machte mir das auch nichts aus. Vielleicht werde ich jetzt alt *g*, aber ich kann mich inzwischen wirklich an freien Flächen erfreuen ;-) Wobei gestylte Räume, die so leer sind, als wäre es ein Foto aus einem Möbelhauskatalog, mir immer noch Gänsehaut bereiten. So möchte ich wirklich nicht wohnen. Aber es gibt ja einen Mittelweg.

Bleiben wir in der Küche. Kürzlich sah ich ein Küchen-Instafoto, bei dem nichts auf der Arbeitsplatte stand. Gar nichts. Es lag auch keine Zeitung auf dem Tisch, keine Blumen, keine Deko, kurz: es sah völlig unbewohnt aus. Total gruselig, weil ja trotzdem Menschen dort wohnen.

In unserer Küche (= Zentrum des Hauses) wird gelebt. Und niemand hat Lust, jedes Mal den Wasserkocher, den Toaster, die Kaffeemaschine, die Tee-Thermoskanne, den Milchaufschäumer, die Rolle mit dem Küchenkrepp, etc. irgendwo aus dem Schrank zu fummeln. Also stehen die Dinge griffbereit auf der Arbeitsplatte. Zumal die Schränke eh voll sind. In einem steht u.a. meine Küchenmaschine und ihr könnt glauben, dass ich die wirklich selten benutze. Weil sie eben oben im Schrank steht.

Außerdem mag ich es hübsch, also stehen dort auch Gläser für Spaghetti und Maccaroni. Bis vor kurzem standen auch Gläser mit Nüssen fürs Müesli dort, aber die mussten jetzt weichen, weil mich mal wieder eine meiner spontanen Ideen ereilte. Und zwar eine für die o.g. positiven Empfindungen:

Das neue Aquarium in unserer Küche.

Das neue Aquarium in unserer Küche.

Am Geburtstag der Babytörtchenmama, machten wir einen Ausflug ins Sealife und Aquadome. Seither rief das Babytörtchen "Fische! Fische!" Und da ich früher auch Aquarien besaß, die ich aus Platzmangel irgendwann abschaffte, ging ich mit dem Maßband zur Küchenarbeitsplatte und befand, dass ein 60-Liter-Becken dort prima Platz hätte - wenn der Toaster weichen würde.

Ich habe dann direkt mehr Sachen entfernt / umgestellt als nötig gewesen wären, weil ich dann mehr von meiner schönen Silestone-Sternenhimmel-Arbeitsplatte sehen kann :-) Fische vor Sternenhimmel, wenn das keine positive Empfindung ist, weiß ich auch nicht. Das hilft auch dabei, Dinge, die einfach so "mal eben" auf dem Kitchencounter abgestellt werden, sofort wegzuräumen. Auch wenn das vermutlich dann immer ich bin, aber das muss ich offenbar akzeptieren, wenn ich MEINE Ordnung durchsetzen möchte. Und seit das Aquarium dort steht, sieht wirklich alles viel ordentlicher aus.

Übrigens sind die Fische ein voller Erfolg. Ich weiß gar nicht, wer begeisterter ist: die Kleine oder ihre Mama.

WEG MIT DEM ZEUG

Positive Empfindungen sind also ein Weg zur Ordnungsliebe. Weiter oben habe ich aber schon festgestellt, dass das nicht ausreicht. Es müssen auch weniger Dinge sein, damit diese ihren Platz erhalten können.

Dass das keine bahnbrechend neue Erkenntnis ist, ist klar. Ich erhebe hier sicher nicht den Anspruch auf Originalität. Vielmehr versuche ich letztlich auch für mich zu klären, was die nächsten Schritte sein müssen, wenn sich unser Haus nicht über Nacht auf jeder Seite um mindestens zwei Meter vergrößert ;-)

In der Küche befinden sich beispielsweise eindeutig Dinge, die dort nicht unbedingt gelagert werden müssen. Sowas passiert bei uns schleichend. So ist beispielsweise eine sehr große Schublade inzwischen total voll mit Tupperzeug. Anfangs waren dort nur einige häufiger benutzte Dosen und weiß der Kuckuck, wo die anderen plötzlich herkamen, aber nun wird es schwierig, sie dort anständig drin zu stapeln.

Genau genommen sind diese Dosen auch nicht dazu da, sie leer im Schrank aufzubewahren. Nächster Schritt wird also sein diese Schublade leer zu räumen und zu sehen, ob ich einige der Behälter evtl. für unsere Naschis benutzen kann. Gummibärchen, Schokolade oder Chips liegen nämlich in ihren Packungen im obersten Schrankfach herum und verursachen durch unterschiedliche Größen unnötiges Chaos. Ich hoffe, ich finde passende Behälter, die ich entsprechend beschriften kann. Außerdem wollte ich ohnehin den Apothekerschrank entrümpeln und kann dafür evtl. auch noch mehr Tupper gebrauchen. Den Rest des Tupperkrams muss ich dahingehend durchsehen, wie häufig ich es überhaupt benutze. Selten Gebrauchtes darf ins (noch aufzubauende ...) Kellerregal.

Wie auf dem Aquarien-Foto vielleicht zu erkennen ist, tummeln sich in der Vitrine im Oberschrank auch Dinge, die eher ein bisschen versteckter aufbewahrt werden könnten. Denen werde ich mich demnächst auch mal widmen. Also: Alles leerräumen und entscheiden, was dort bleiben darf, was umziehen soll, und was komplett gehen muss. Dabei werde ich allerdings nicht so weit gehen wie Marie Kondo in Magic Cleaning* und mich bei allen Sachen bedanken, bevor ich sie entsorge. Trotz allem fand ich dieses Buch sehr inspirierend, als ich es vor einigen Jahren las.

Wobei das Buch nicht hilft: Wie ich es schaffe, den Esstisch dauerhaft leer zu halten. Da ich derzeit aus Nähe-Gründen alle Schreib- und Handarbeitssachen in Küche und Wohnzimmer erledige, liegt halt immer Post und Nähkram (nebst Nähmaschinen) auf dem Tisch. Das erschwert es, einen ordentlichen Eindruck zu hinterlassen und ich habe noch keine Idee dafür. Der Tisch ist um unsere Kochinsel herum gruppiert, was es nicht einfacher macht. Aber ich kümmere mich zunächst um den Rest:

KÜCHEN TO-DO-LISTE

  • Tupper-Schublade ausräumen. Behälter für aktuelle Verwendung heraussuchen, Rest zurück oder Keller
  • Apothekerschrank ausräumen. Abgelaufenes entsorgen, alles neu strukturieren.
  • Naschi-Fach neu organisieren
  • linke Vitrine leerräumen und entrümpeln / umorganisieren.

​Und weil ich immer alles sofort in Angriff nehmen möchte, geht es jetzt dem Apothekerschrank an den Kragen. Auch wenn es inzwischen fast abends ist und ich bald Pizza backen muss. Die Kleine und ich waren nämlich heute den ganzen Tag alleine, da Kind 3 und 4 einen Termin hatten. Die Süße hat sich nicht nur mit den Stiften sondern auch mit einem Buch ganz super beschäftigt (und schon wieder den Mittagssschlaf ausgelassen ...). Das funktioniert normalerweise nicht so gut, aber sie wird halt groß. Trotzdem habe ich für den Beitrag ewig gebraucht - ich werde offenbar immer langsamer auf meine alten Tage ;-)

Falls ihr Lust habt, euch meiner Entrümpelei anzuschließen oder Gedanken zur Ordnung auszutauschen, freue ich mich sehr über eure Kommentare.

Liebe Grüße

Petra A. Bauer

*Affliate-Link - Mit einem Klick könnt ihr meine Arbeit unterstützen. Ich danke euch von Herzen Vielen herzlichen Dank!

# Link | Petra A. Bauer | Dieser Artikel erschien am Montag, 27. Februar 2017 um 11:40 Uhr in LIFESTYLE, Organisation & Putzen | 2335 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren
Tags: Ordnung schaffen, Ordnung halten, Ordnung, Küche, entrümpeln, Aquarium


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