Buchtipp: Mama muss die Welt retten

Nur noch kurz die Welt retten wollte Tim Bendzko als Ausrede dafür, jemanden im Stich zu lassen. Wenn Mamas die Welt retten, sieht das anders aus, dann wollen sie nämlich alles: Kinder und Karriere. Wie das klappen kann, haben Caroline Rosales von Stadt-Land-Mama und Isa Grütering vom Hauptstadtmutti-Blog am eigenen Leib erfahren und auch andere berufstätige Mütter, Working Moms, Mama Manager, Mompreneurs dazu befragt.

Mama muss die Welt retten

Herausgekommen ist ein Schmöker mit vielen Erfahrungsberichten, der sich liest, als würdet ihr euch mit einer guten Freundin unterhalten. Ganz so, wie wir das vor zehn Jahren auch im Sinn hatten, als wir Mama im Job schrieben.

Es ist ok, sich mit Baby zu langweilen

Eines wird beim Lesen rasch klar: Babys und Kinder sind toll, sie erfüllen aber nicht alle Bedürfnisse. Und es ist beruhigend, zu lesen, dass auch andere Mütter sich manchmal (oder öfter) einfach langweilen, wenn sie mit ihren Kindern alleine zu Hause hocken. Es ist wichtig, dass auch mal laut zugeben zu dürfen. Viel zu lange wurden Mütter nämlich schief angeschaut, wenn sie offen zugaben, dass das Leben mit Haushalt und Baby sie nicht vollständig ausfüllt. Dann fiel gerne von anderen mal das Wort Selbstverwirklichung, und zwar in einem Ton, als müssten sie eine Made zum Frühstück verspeisen.

Und wenn die Mamas dann so richtig loslegen mit dem Arbeiten und Jonglieren von diversen Aufgaben zwischen Job und Mamasein, taucht eine Frage auf, die ich selbst oft genug gestellt bekam, und die ich ebenfalls gerne stelle, obwohl ich es doch am besten wissen müsste:

Wie - und vor allem wann - macht die das alles nur?

Alles eine Frage des Weglassens und des kreativen Zeitmanagements. Am Beispiel von Isa erfahren wir, dass sie sich in den Anfängen der Hauptstadtmutti-Zeit mit zwei Freundinnen und allen Babys reihum bei einer von ihnen abends zu Hause trafen, die Babys schlafen legten, gemeinsam arbeiteten und dort übernachteten. Sehr clevere Idee, und solche Einfälle braucht man halt, wenn man Mama-Mutlitasking-Managerin sein möchte.

Wir lernen noch andere Working Moms und ihre Geschichten kennen:

  • eine Studentin (probiert mal Studieren mit Baby - hab ich gemacht - da braucht man viel Geduld und Verständnis von den Dozenten und Menschen, die mithelfen)
  • eine Schauspielerin
  • eine Mutter-Kind-Café-Betreiberin, die zusätzliche besondere Herausforderungen zu meistern hatte
  • eine Autorin
  • eine Werbefilmerin
  • eine Kita-Gründerin und Betreiberin eines Mütter-Portals
  • eine Betreiberin eines Buchlokals
  • eine Dawanda-Verkäuferin
  • eine PR-Agentin
  • eine Personal Trainerin

Am Ende der Vorstellungen findet ihr passende Tipps zum jeweiligen Beruf bzw. Checklisten.

Keine Angestellten?

Dass es im Prinzip alles kreative Freiberuflerinnen / Selbständige sind, die im Buch zu Wort kommen, ist relativ typisch für berufstätige Mütter, die während der Babypause überlegen, nicht wieder in ihren alten Job zurückzugehen. Bei unserem Buch damals, sind wir ebenfalls vorwiegend auf diese Berufsgruppen eingegangen, was uns von angestellten Müttern gelegentlich vorgehalten wurde, denn auch sie müssen sich ziemlich verrenken um alles unter einen Hut zu bekommen. Meist klappt das - kritisch wird es nur, wenn das Kind (häufig) krank wird. Ein mehrfach genannter Grund, um die berufliche Laufbahn in Richtung Mompreneur zu verändern. Und ich nehme an, auch den beiden Autorinnen von Mama muss die Welt retten kam es darauf an, die breite Facetten an Möglichkeiten zu zeigen, wie man es auch anders machen kann.

Dass dabei auch Zweifel und schlaflose Nächte aufkommen, wird ebenfalls nicht verschwiegen.

Am Ende findet ihr noch nützliche (Web-) Adressen.

Und bevor ich jetzt ein weiteres eigenes Buch dazu schreibe (lang genug ist die Rezension ja schon *g*), lege ich euch diesen Ratgeber-Schmöker einfach ans Herz <3

Mama muss die Welt retten. Wie Mütter vom Wickeltisch aus Karriere machen.
Caroline Rosales, Isa Grütering
Aufbau Verlag 2013, 236 Seiten
ISBN: 3-7466-2988-8


 


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