Anti-Rutsch-Socken für Lauflern-Speckbeinchen stricken - mit Anleitung

Als das Babytörtchen noch ein Säugling war, war Söckchenstricken nach Standardanleitung völlig ok. Inzwischen ist sie ein Jahr alt, hat schmale Füßchen und süße Speckbeinchen. Da wurde die Umsetzung zur Herausforderung. Deshalb habe ich heute für euch Socken-Anleitung für alle Speckbeinchenmäuse mit Schuhgröße 19 / 20. Und weil die Süßen auf Holzdielen schnell ausrutschen, zeige ich euch auch gleich, wie man Anti-Rutschsöckchen daraus macht.

ABS-Socken, Stoppersocken, Anti-Rutsch-Socken selber machen. Realisation und Fotos: Petra A. Bauer 2016

ABS-Socken, Stoppersocken, Anti-Rutsch-Socken selber machen. Realisation und Fotos: Petra A. Bauer 2016

Ich komme bekanntermaßen an Wolle nicht vorbei, egal wo. Und neulich war da dieses Wollregal im Supermarkt ... Sie hatten dort Babywolle und ich mochte die Farbkombination so sehr, dass ich mal großzügig über das hässliche Wort "Polyacryl" hinweggesehen habe. Ich habe nämlichein Polyacrylproblem:

Meine Mutter hatte immer solche Pullis gestrickt. DIe sahen zwar cool aus, aber ich bekam darin nach 5 Minuten einen knallroten Kopf und das dringende Bedrüfnis, mir dieses kribbelige Teil vom Körper zu reißen. Aber erstens dürfte sich in Sachen Polyacryl in den vergangenen 40 Jahren einiges getan haben, zweitens ist es nur für die Füße und drittens hat das Enkelmädchen die Probleme ja vielleicht nicht.

MAL WAS EINFACHES STRICKEN

Wie ich schon beim #LOVELYSUNDAY KW 27/2016 schrieb, wollte ich als angenehmes Kontrastprogramm zum Ajourmuster des grauen Strickkleides "mal eben" Söckchen fürs Babytörtchen stricken.

Schöne Farben, wenn auch leider Polyacryl aus dem Supermarkt. Foto: Petra A. Bauer 2016Das Symfonie-Nadelspiel von KnitPro liegt gut in der Hand. Foto: Petra A. Bauer

Leider Polyacryl aus dem Supermarkt, aber wegen der schönen Farbe durfte das Knäuel mit.

Da ich beim Anstricken feststellte, dass meine Bambusnadeln ziemlich kaputt waren (ein Spitze abgebrochen, eine andere Nadel gesplittert), musste noch ein 2,5 mm Symfonie-Nadelspiel von KnitPro* her. DIe Nadeln liegen sehr schön in der Hand und die Maschen gleiten angenehm darüber.

Ich begann mit 9 Maschen pro Nadel - das hätte eigentlich hinkommen müssen. Erste Anprobe: Das Gestrickte schnitt ein. Also wieder aufribbeln. Mit 11 (!) Maschen pro Nadel kam es dann so hin, dass es saß ohne einzuschneiden. Dazu muss ich sagen, dass ich Söckchen gerne etwas länger stricke, und da oben ist es bei ihr eben ein wenig breiter. Dafür hat die Süße einen echt schmalen Fuß, was bei Ferse und Spickel wieder spannend wurde.

Das schmale Füßchen geht in eine kleine knuffelwade über. Foto: Petra A. Bauer 2016

Das schmale Füßchen geht in eine kleine Knuffelwade über. Foto: Petra A. Bauer 2016

Auch die Höhe der Fersenreihen musste deutlich kürzer sein, als nach der Faustregel, die ich vorher genutzt hatte. Was ich natürlich auch erst bei der Anprobe sah. Zum Glück ist das Babytörtchen so geduldig!

Meine Tochter bekam dagegen so langsam die Krise, als sie mitansehen musste, wie ich ständig wieder aufribbelte und meine Notizen korrigierte. Manchmal denke ich, sie leidet körperlich unter meiner Aufribbelei ;-) Aber die Zeiten von "Egal, ich lass das jetzt so" sind inzwischen vorbei - zumindest was Stricken angeht. Und schließlich weiß ich, dass viele Kinder in der Lauflernphase so ähnlich gebaut sind, und ich wollte ja eine vernünftige Anleitung schreiben. Und hier ist sie:

ANLEITUNG FÜR BABYSÖCKCHEN GRÖSSE 19 / 20

Anmerkung zu Beginn: Zwei Dinge würde ich beim nächten Mal anders machen:

  • Da ich fest anschlage, würde ich den Anschlag künftig mit einem Nadelspiel eine Nummer größer machen und ab der zweiten Reihe die normale Nadelgröße verwenden.
  • Den oberen Teil werde ich beim nächsten Mal zusätzlich mit elastischem Beilaufgarn* stricken, dann sitzt es noch besser.

Die Anleitung ist für Garn, das mit Nadelstärke 2 - 3 verarbeitet wird. Ich habe Nadelstärke 2,5 benutzt. Die Nadel mit der wir beginnen, ist Nadel Nr. 1, die letzte Nadel ist Nadel Nr. 4

DAS BÜNDCHEN / BEINTEIL

11 Maschen pro Nadel anschlagen (= 44 Maschen) und zur Runde schließen (ich mache das immer so, dass ich auf Nadel 1 12 Maschen anschlage, auf Nadel 4 nur 10 Maschen. DIe 11. Masche nehme ich mir von Nadel 1 und habe die Runde damit geschlossen).

In Runden 10 cm 2 M re, 2 M li stricken.

ACHTUNG: Wegen der deutlich schmaleren Fesseln nach 40 Runden 1 Runde rechts stricken, dabei auf jeder Nadel 2 Maschen abnehmen = 9 M pro Nadel = 36 M insgesamt.

Dann mit der Ferse beginnen.

DIE FERSE

Die Ferse wird in Hin- und Rückreihen glatt rechts gestrickt und über die 4. und 1. Nadel gearbeitet.

Am Ende der Abnehmrunde  wendet ihr die Arbeit und strickt erst die 4. und dann die 1. Nadel links ab. Dann wendet ihr die Arbeit wieder und strickt Nadel 1 und Nadel 4 rechts ab (ihr könnt auch alle 18 Maschen auf eine Nadel legen). Das wiederholt ihr, bis ihr 12 Reihen habt.

Anschließend teilt ihr die 18 Fersenmaschen in drei Teile: 4 - 10 - 4 Maschen. Das könnt ihr auf drei Nadeln verteilen, zwei gehen aber auch. Ziel ist es, die 18 Maschen auf 10 zu reduzieren. Dazu strickt ihr glatt rechts folgendermaßen:

1 M abheben, 3 M re (=4 M), 9 M re stricken, die 10. M abheben. DIe 11. M re stricken und die abgehobene 10. M über die 11. heben. Auf den Nadeln habet ihr jetzt (v.l.n.r.) 3 - 10 - 4 Maschen.

DIe Arbeit wenden, 1 M abheben, 10 M li stricken. DIe 11. Masche (was in dem Fall die letzte der mittleren 12 Maschen ist) mit der nächsten Masche links zusammenstricken. Arbeit wenden. Die Maschen sind jetzt folgendermaßen verteilt: 3 - 10 - 3 Maschen.

Diese beiden Reihen werden so lange wiederholt, bis die Maschen rechts und links aufgebraucht sind und es folgendermaßen aussieht: 0 - 10 - 0 Maschen.

Ihr wollt nun wieder eine komplette Runde haben, deshalb müsst ihr aus den Randmaschen der 12 Fersenreihen je 6 zusätzliche Maschen aufnehmen plus insg. 2 M um Löcher zu verhindern. Das macht ihr wie folgt:

Zunächst verteilt ihr die 10 Fersenmaschen wieder auf 2 Nadeln, sodass sich auf Nadel 4 und auf Nadel 1 je 5 Maschen befinden. Ihr strickt Nadel 1 und 4 rechts ab und strickt aus den 12 Randmaschen der Fersenreihen je 6 Maschen heraus. Aus dem Querfaden zwischen der letzten aufgenommen Masche von Nadel 1 und der ersten Masche von Nadel zwei strickt ihr 1 Masche rechts verschränkt heraus, damit an dieser Stelle kein Loch entsteht.

Dann strickt ihr die stillgelegten Maschen von Nadel 2 und 3 ab. Aus dem Querfaden der letzten Masche von Nadel 3 und der ersten Masche von Nadel 4, strickt ihr wieder eine Masche rechts verschränkt heraus, um ein Loch zu verhindern. Dann strickt ihr, wie auf der anderen Seite, aus den 12 Randmaschen der Fersenreihen je 6 Maschen heraus und strickt die restlichen 5 Maschen von Nadel 4 rechts ab.

Ihr habt nun wieder eine vollständige Runde, die wie folgt aussehen solte:

  • Nadel 1: 12 Maschen (5 verbliebene M, 6 M aus der Seite gestrickt, 1 M aus dem Querfaden gestrickt)
  • Nadel 2: 9 Maschen
  • Nadel 3: 9 Maschen
  • Nadel 4: 12 Maschen (1 M aus dem Querfaden gestrickt, 6 M aus der Seite gestrickt, 5 verbliebene M)

SPICKELABNAHME

  • Nadel 1: Drittletzte Masche abheben, vorletzte Masche rechts stricken, abgehobene Masche über die gestrickte ziehen, letzte Masche rechts stricken.
  • Nadel 2: normal abstricken
  • Nadel 3: normal abstricken
  • Nadel 4: 1 M re, 2. und 3. Masche rechts zusammenstricken.

Das in jeder 2. Runde wiederholen, bis sich auf allen vier Nadeln wieder je 9 Maschen befinden.

FUSSTEIL

Der Fuß-Teil wird in Runden glatt rechts gestrickt, bis ihr etwa auf Höhe des Ansatzes des kleinen Zehs angekommen seid. Bei mir war das nach 31 Runden der Fall.

DIE SPITZE

Für die Spitze wird dreimal in jeder zweiten Runde und danach in jeder Runde je 1 M abgenommen, bis ihr insgesamt nur noch 8 Maschen übrig habt (= 2 M pro Nadel):

  • Nadel 1: Drittletzte Masche abheben, vorletzte Masche rechts stricken, abgehobene Masche über die gestrickte ziehen, letzte Masche rechts stricken
  • Nadel 2: 1 M re, 2. und 3. Masche rechts zusammenstricken.
  • Nadel 3 wie Nadel 1 stricken
  • Nadel 4 wie Nadel 2 stricken.

Den Faden ca 10 cm stehen lassen, abschneiden, durch die letzten 8 Maschen ziehen. Zusammenziehen, bis kein Loch mehr zu sehen ist und den Faden an der Innenseite der Socke vernähen. Ebenso den Anfangsfaden vernähen. Die zweite Socke ebenso stricken. Fertig!

Die Söckchen (noch ohne Sockenstop) sind fertig! Fotos: Petra A. Bauer 2016öckchen (noch ohne Sockenstop) sind fertig! Fotos: Petra A. Bauer 2016

Die Söckchen (noch ohne Sockenstop) sind fertig! Fotos: Petra A. Bauer 2016

Nun ist die Socke grundsätzlich fertig. Auf den Fotos oben sieht man ganz gut den Kontrast von schmalem Fuß, schmaler Fessel und breiterer Wade.

Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren stellen.

Wie macht ihr aus den Socken jetzt Anti-Rutsch-Socken?

ANTI-RUTSCH-SOCKEN

Das geht ganz einfach mit Latexfarbe (flüssige Latexmilch), die es als Sock-Stop* in vielen Farben zu kaufen gibt. Für diese Socken habe ich mich für die folgenden vier Farben entschieden:

Hier seht ihr die Latexfarbe, die aus den einfachen Stricksöckchen Anti-Rutsch-Socken macht. Foto: Petra A. Bauer 2016

Hier seht ihr die Latexfarbe, die aus den einfachen Stricksöckchen Anti-Rutsch-Socken macht.

Die Fläschchen haben eine praktische Tülle, mit der man (nachdem man die Spitze abgeschnitten hat) direkt das gewünschte Muster auf die Sockenunterseite malen kann. Zunächst muss dafür jedoch einiges vorbereitet werden.

DIE VORBEREITUNG

Für die Pappschablone den Füßchenumriss nachziehen. Foto: Petra A. Bauer 2016

Das Babytörtchen macht wirklich sehr geduldig mit :-)

Damit die Latextfarbe nicht durch die Maschen läuft, legt ihr eine Schablone in die Socken hinein. Dafür stellt ihr euer Baby am besten auf ein Stück Karton und zeichnet den Füßchenumriss nach. Wenn es nicht stillhält, könnt ihr auch einen Fuß nass machen und ihn auf ein Stück Papier (Löschpapier geht gut) drücken. Ihr könnt den nassen Umriss dann mit einem Stift nachziehen.

Vorbereitungen zum Auftragen der Latexfarbe. Fotos: Petra A. Bauer 2016

  1. Umriss des Füßchens aufzeichnen.
  2. Umriss ausschneiden, so entstandene Schablone umgekehrt auf die Pappe legen und andere Fuß-Schablone gegengleich ausschneiden
  3. Ich habe die Schablone noch in einen Frühstücksbeutel gesteckt, weil ich nicht sicher war, ob die Latexfarbe ggf. an der Pappe kleen würde, falls etwas durch die Maschen tropft.
  4. DIe Schablonen mit den Frühstücksbeuteln in die Socken stecken. Dabei darauf achten, dass wirklich eine rechte und eine linke Socke entsteht.

Dann könnt ihr anfangen, die flüssige Latexmilch im gewünschten Muster direkt aus der Flasche aufzutragen:

Die Latexfarbe wird direkt mit der Tülle aus der Flasche aufgetragen. Foto: Petra A. Bauer 2016

Die Latexfarbe wird direkt mit der Tülle aus der Flasche aufgetragen.

Etwa entstehende Luftbläschen könnt ihr direkt mit der Tülle wieder aufpieksen. Ihr könnt die Farben erst einzeln antrocknen lassen oder direkt alle Flächen bemalen. Ich habe mich für Variante 2 entschieden. Hier das Ergebnis direkt nach dem Auftragen:

Die fertig aufgetragene Latexfarbe auf der Söckchensohle. Foto: Petra A. Bauer 2016

Die Farbe habe ich über Nacht trocknen lassen und am nächsten Morgen waren die Stoppersöckchen direkt für den Einsatz auf unseren Holzdielen geeignet.

Viel Vergnügen beim Nachmachen!

Ich würde mich freuen, wen ihr fertige Ergebnisse hier in den Kommentaren verlinkt.

Petra A. Bauer

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